Zum 200. Geburtstag?
Ein Plädoyer für ein angemessenes Brecht-Museum in Augsburg. Ein Gastbeitrag von Michael Friedrichs, Vorsitzender des Augsburger Brechtkreises
Wenn ein Schriftsteller, eine Schriftstellerin gestorben ist und man irgendwann bemerkt, dass deren Werk noch nicht tot ist, widmet man der Person eine Gedenkstätte oder ein Museum, üblicherweise das Geburtshaus. So auch bei Brecht. Zu den zahlreichen Fehlern Brechts gehört die Wahl der Eltern – da waren Kleist und Thomas Mann geschickter. 1898 war Vater Brecht ein kleiner Angestellter, man wohnte beengt über einer Feilenhauerei, später in Werkswohnungen.
Seit langem ist klar, dass Brecht einer der wichtigsten deutschsprachigen Autoren des 20. Jahrhunderts ist. Warum haben Goethe, Schiller, Kleist, etc. großzügige Museen, während man sich für Brecht mit einem verwinkelten, durchfeuchteten Handwerkerhaus begnügt? Es soll saniert und die Ausstellung modernisiert werden – fein. Doch dieses Vorhaben, für 2026 geplant, wurde verschoben. Augsburgs Finanzdecke ist immer zu kurz. Aber ist die Museumsfrage eine rein lokale? Kleists Geburtshaus in Frankfurt/Oder war 1945 zerstört, man nahm also für das Museum ein ähnlich repräsentatives Palais und setzte 2011–2013 einen hochmodernen Bau direkt daneben – barrierefrei, aus Bundes- und Landesmitteln finanziert.
Wenn in Augsburg irgendwann Theater und Römisches Museum fertig sind – kann man dann behutsam über ein angemessenes Brecht-Museum nachdenken? Schon 2098 hat Brecht 200. Geburtstag …
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