Black out – Bunt rein!
Augsburg nach der Stichwahl. Ein Gastbeitrag von Peter Bommas
Die politische Diskussion um die Zusammensetzung der neuen Stadtregierung hat Fahrt aufgenommen und ist nicht von Beginn auf die eine Konstellation ausgerichtet sondern überraschend offen. Eine Zweier-Koalition ist ausgeschlossen, die beiden möglichen Dreier-Koalitionen werden sehr kontrovers diskutiert. Insofern werden durchaus auch unkonventionelle Alternativen in Betracht gezogen. Denn nach fast 30 Jahren besteht die Chance, für Augsburg wieder eine Stadtregierung ohne die CSU zu bilden. Damals, im Jahr 2002, war das eine innovative, bahnbrechende und erfolgreiche Entscheidung – Etablierung des neuen Friedensfestes, Kulturhauptstadt-Bewerbung, Gründung des Kulturpark West, Entscheidung zur Umnutzung des Gaswerkareals, Gründung der Plattform KS:AUG (heute Kulturkiesel). Heute wäre mit viel politischem Mut etwas noch Brisanteres, etwas richtig cooles Neues möglich: Unter einem SPD-OB eine Koalition aus Sozialdemokraten (8 Sitze plus OB)), Grünen (11 Sitze), Linken (5 Sitze) und den vielen innovativen Kleinparteien bzw Einzelkämpfer*innen. Eine Mehrheit mit 33 bzw. 37 Volksvertreter*innen wäre denkbar, wenn Die Partei, Volt, AiB, V-Partei, ÖDP, FDP, GenAux, evtl. die FW sich mit dem neuen OB verständigen könnten und er den Mut aufbringen würde ganz neue Wege in Augsburg zu gehen. Das wäre eine echte Alternative für Augsburg mit viel frischem Input und wenig parteipolitischem Techtel-Mechtel. Allein der Versuch wäre im CSU-Bayern eine politische Großtat in der Kommunalpolitik. Fachexpertise, Ideenvielfalt und Bürger*innen-Nähe sowie die SPD-Aussagen zu überparteilicher Kooperation könnten für ein solches Experiment sprechen.
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