Netzwerk-Depot
Die a3kultur-Redaktion hat Sammlungszentren unserer Kulturregion besucht, um sich ein Bild davon zu machen, wie professionelle Depotarbeit aussieht und was Augsburg daraus lernen kann. Eine Dokumentation von Malte Günther
»Hier findet alles seinen Platz«, versichert Eva Bendl, die Leiterin der Museumssammlung des Museums Oberschönenfeld – von der historischen Fotografie über kostbare Handarbeiten aus Wachs und Goldfaden bis hin zum alten Pflug, den einst ein Ochse über schwäbisches Ackerland zog. Doch bevor ein Objekt ins Regal kommt, steht intensive Vorarbeit: Orientieren, Digitalisieren, Aussortieren. Im Laufe der Jahre haben sich in manchen Sammelgebieten Überhänge gebildet. Große Teile davon werden den Weg in den Weiherhof nicht antreten. Jedoch erst wenn die Provenienz gesichert ist, entscheidet sich, ob ein Objekt eingelagert, weitergegeben oder abgegeben wird.
Bemerkenswert ist auch der Blick nach außen: Ein digitales Netzwerk mit anderen Museen – etwa dem KulturLand Ries in Maihingen oder dem Bauernhofmuseum in Illerbeuren – ist in Arbeit. Die Logik dahinter ist einfach, aber wirksam: Es muss eben nicht jedes Haus über eine Sammlung von achtzig einsatzbereiten Dreschflegeln verfügen. Bezirkstagspräsident Martin Sailer fasst den Anspruch zusammen: »Mit dem Kulturdepot sichern wir historische Schätze aus der Region für die Zukunft.«
Lesen Sie hierzu gerne auch den gesamten Beitrag »Die Kunst hinter der Kunst«
Das könnte Sie auch interessieren
Offene Ateliers
Abgerissen und Vergessen?
Objektiv und Meißel
Die aktuelle Sonderausstellung »Im Dialog« im MUGS bringt Fotografien, Fotocollagen und Steinskulpturen miteinander ins Gespräch – und das auf eine Weise, die neugierig macht. Anlass ist der 75. Geburtstag von Lothar Zull, dem ein Querschnitt durch sein fotografisches Schaffen gewidmet ist. Zulls Arbeiten reichen von seinen ersten Aufnahmen aus den 1970er-Jahren bis in die Gegenwart und beweisen: Fotografie kann erstaunlich einfach sein.