Ausstellungen & Kunstprojekte

Ein blaues Pferd und anderes

Großer Auftrieb bei Noah im Glaspalast: Der Maler Neo Rauch gab sich die Ehre. Diesmal nicht als Begleiter (Ehefrau Rosa Loy hatte 2010 hier eine Einzelausstellung), sondern als Laudator seiner Meisterschüler (Sebastian Burger, Marie Carolin Knoth, Mandy Kunze, Claus Stabe, Kathrin Thiele, Martin Ziegler).

Ausgehend vom zentral gehängtem großformatigen „Konzert am Brunnen“ (Martin Ziegler) werden 53 Arbeiten der sechs jungen Leipziger Maler aus den letzten drei Jahren präsentiert.

Die Bandbreite reicht von den kleinformatigen, intim beleuchteten „Toten“ von Claus Stabe bis zu den großen, kalt und verstörend strahlenden Arbeiten von Martin Ziegler. Sebastian Burgers monochrome Papierarbeiten werden mit Mandy Kunzes eher konventionell anmutender Malerei kontrastiert. Marie Carolin Knoths Collagen halten Kathrin Thieles dunklen, hart beleuchteten Außenräumen stand.

Nein, diese Sechs sind keine geklonten Rauchs. Das läge auch nicht im Interesse des nicht nur als Lehrer äußerst zurückhaltenden Neo Rauch. Doch so unterschiedlich die sechs Künstler an ihre Sache herangehen, die Aura der Leipziger Schule ist unübersehbar. Alle haben sich einer gegenständlichen Malerei verschrieben, die eine seltsam rätselhafte Fremdheit hinterlässt. Unbelebt puppenhafte Menschen agieren in surreal anmutenden Situationen, die sich kaum verorten lassen – verstörend beleuchtet, durchaus auch bedrohlich.

Das alles ist nicht durchgängig herausragend, einige Arbeiten zeigen durchaus handwerkliche Schwächen. Dennoch brennt sich manches im Gedächtnis ein, wie Sebastian Burgers blauer „Ritt“ oder das großformatige Sfumato des „Phaeno“ von Marie Carolin Knoth.

Da Neo Rauch zukünftig nicht mehr als Lehrer in Erscheinung treten wird, erklingt mit dieser Schau auch ein Schlussakkord, ein Resümee seiner Meisterklassen. (bek)

Die Ausstellung „Gast aus Zucker“ läuft noch bis zum 30. März 2014.

www.galerienoah.com

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