Rückenwind für die Literatur
2020 war kein gutes Jahr für die Literatur und Literaturvermittlung. Zeitweise geschlossene Buchhandlungen und Bibliotheken, Preisverleihungen mit dem Charme von Geisterspielen und zwei ausgefallene Buchmessen. Für 2021 würde ich mir wieder mehr Literatur im öffentlichen Raum wünschen. Nicht nur für die Schriftsteller*innen und ihre Werke wäre das mehr als überlebenswichtig.
In Zeiten, in denen die Literaturvermittlung im Fernsehen in immer kleinere Nischen verschoben wird und in denen selbst auflagenstarke Zeitungen ihre Kulturredaktionen einschrumpfen, hat es die Literatur in der Öffentlichkeit zunehmend schwer. Zwar ist die Durchführung der großen Buchmessen in Frankfurt und Leipzig fraglich. Schön wäre es allerdings, wenn 2021 mit entsprechenden Hygienekonzepten zumindest wieder Lesungen und Diskussionen durchgeführt werden könnten, öffentliche Bibliotheken öffnen dürften und vielleicht – man darf ja noch träumen – sogar kleinere Messen und literarische Begegnungsmöglichkeiten möglich würden. Das gäbe wichtigen Rückenwind, um Kulturschaffenden jeglicher Couleur Perspektiven und Planungssicherheit für das nächste Jahr und darüber hinaus zu geben.
Marius Müller arbeitet bei der Stadtbücherei Augsburg und betreibt unter www.buch-haltung.com einen Literaturblog. Er veranstaltet und moderiert verschiedene Literaturformate in der Region.
www.stadtbuecherei.augsburg.de