Platz nehmen
Für den September können wir Kabarett- und Comedy-Fans (fast) aus dem Vollen schöpfen, denn es ist angerichtet. Quergelacht – die a3kultur-Kolumne von Marion Buk-Kluger im September.
Zum Beispiel in der Kresslesmühle, dort tritt am Samstag, 18. September, Nils Heinrich mit seinem Programm »Deutschland einig Katerland« auf. Worum gehtʼs? 18 Jahre alt war Heinrich, als die Mauer fiel. Bis dahin hat er als scharfsinniger Beobachter eine Unmenge an Anekdoten gesammelt, mit denen er zunächst zahllose Poetry Slams in ganz Deutschland gewann. Mittlerweile verarbeitet er seine Erlebnisse in hitverdächtigen Liedern und Kalauern fernab von Einheitscomedy-Brei und Ostalgie.
Am Donnerstag, 23. September, bleibt es musikalisch, dann wenn mit Michael Sens und »Unerhört Beethoven« Klassik auf Kabarett, geistreiche Satire auf faszinierende Musikalität trifft. »Michael Sens ist einer der außergewöhnlichsten Kabarettisten des Landes. Die Presse betitelte in unlängst als den Mario Barth für Intellektuelle«, heißt es in der Ankündigung zum studierten Pianisten, Geiger, Komponisten und Sänger, der sich nun auch auf das Kabarett gestürzt hat. Er parodiert Udo Lindenberg, gibt sich als Bruder von André Rieu aus oder liest z.B. Liebesbriefe von Bushido an Angela Merkel vor.
Das macht der selbsternannte »Dreggsagg« (Fränkisch für »Schelm«) aus der Rhön, gemeint ist Michl Müller (Foto: © Sigrid Metz), zwar nicht, aber der Kabarettist und Musiker aus Franken ist ebenso musikalisch. Denn wenn er seine herrlich schrägen Lieder anstimmt, gibt es kein Halten mehr. Bestimmt auch am 15. September in der Stadthalle Gersthofen.
Und noch ein Tipp für den 30. Septembert: Helmfried von Lüttichau präsentiert sein Soloprogramm »Plugged«.