Im ausverkauften Rokoko-Festsaal des Schaezlerpalais widmeten sich vier Fortepiano-Koryphäen an ebenso vielen kostbaren Originalinstrumenten aus Augsburg, Regensburg und zwei Londoner Werkstätten der hohen Kunst des zwei- bis fünfhändigen Sonatenspiels. Nicht zuletzt die im späten 18. Jh. gebauten Augsburger Instrumente von Johann Andreas Stein waren dank innovativer Mechanik in ganz Europa rege nachgefragt und erfüllten höchste Qualitätsansprüche.
Grenzenlose Vielfalt
Das Konzept des diesjährigen Mozartfests glänzte mit grenzenloser Vielfalt an Themen und Eindrücken.
Am Freitag, den 29. Oktober, ging das diesjährige Mozartfest mit einem fulminanten Konzert im Parktheater Göggingen zu Ende. Die Gäste des Abends, das Ensemble der Akademie der Alten Musik, spielten alle sechs Brandenburgischen Konzerte von Johann Sebastian Bach in einem ausverkauften Saal.
Wie Simon Pickel, Leiter des Festivals, zu Beginn verkündete, wurde dieses Werk von Bach für das Abschlusskonzert ausgewählt, weil es in seiner Vielfältigkeit, wie kein anderes, das Thema des Festivals widerspiegelt, das den vielfältigen Beziehungen W.A. Mozarts zu Europa gewidmet war.
Bach komponierte die Konzerte zu unterschiedlichen Zeiten, unter verschiedenen Einflüssen, für mannigfaltige Instrumente. Jedes Stück hat seine eigene Koloratur und ist ein Unikat, das keine Analogien duldet.
Umso wichtiger erscheint es in diesem Kontext, dass die Stücke bei dem Festival von einem einzigartigen Ensemble gespielt wurden. Die Akademie für Alte Musik Berlin ist für ihre außergewöhnlichen Interpretationen der Werke, auf der Grundlage der historischen Aufführungspraxis, weltweit bekannt. Die Musiker spielen nicht nur auf historischen Instrumenten, sie versuchen auch die Klänge aus dem 17. Und 18. Jahrhundert authentisch wie möglich wiederzubeleben.
Auch bei dem Abschlussabend des Mozartfestes brillierte das Ensemble mit der filigranen und warmen Interpretation der Konzerte von Bach. Die Vielfalt der eingesetzten Instrumente, deren Töne in die Atmosphäre der vergangenen Jahrhunderte entführten, erstaunte. Ganz besondere Akzente setzten die Klänge der Oboe (Xenia Löffler), der Flöte (Christoph Huntgeburth) und des Cembalos (Raphael Alpermann).
Schnelle Tempi, schöne Emotionen, alte Städte, viele Sprachen, interessante Filmporträts, innovative Einfälle, hervorragende Künstler – all das wurde bei dem Augsburger Mozartfest in diesem Jahr reichlich geboten. Das Konzept erfreute nicht nur mit Vielfältigkeit, sondern auch mit gut durchdachter Ausführung.