Die Augsburger Kegelbahnkonzerte gehen in die 12. Staffel. Mit dabei sind Lillian Hampson, Josy, Marcoca, Janikeliah und Picky Eater.
Kein Film großer Worte
Auf Netflix ist der Western »The Power of the Dog« zu sehen. Ein stimmungsvoller Abgesang auf den Cowboyfilm vergangener Zeiten.
»The Power of the Dog« (Netflix) ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Thomas Savage (1915–2003) aus dem Jahr 1967, in dem er Teile seiner Kindheit und Jugend aufarbeitet. 1925 treffen die wohlhabenden Brüder Phil (Benedict Cumberbatch) und George Burbank (Jesse Plemons) mit ihrem Viehtrieb in Montana auf die verwitwete Gasthausbesitzerin Rose (Kirsten Dunst). Der ruhige George ist schnell von Rose angetan. Sein oft rüder und unfreundlicher Bruder Phil macht sich über ihren sehr feminin wirkenden Sohn Peter (Kodi Smit-McPhee) lustig und beschimpft auch Gäste in Roses Restaurant. George, der ganz im Gegensatz zu Phil mehr Wert auf teure Autos, gute Kleidung und ein Leben fernab von Rindern und Feldarbeit legt, beschließt, die anmutige Rose zu heiraten und mit ihr auf der Burbank-Ranch einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Doch durch die Anwesenheit von Rose verhärten sich die Fronten zwischen den ungleichen Brüdern. Liebe und Gastfreundlichkeit sind auf der Ranch zunächst Fremdwörter, doch mit der Zeit beginnen sich die Machtverhältnisse zu verschieben.
Entspinnt sich anfangs eine Geschichte im Geis-te der MeToo-Bewegung, in der Rose aus einem toxischen Abhängigkeitsverhältnis entkommen muss, widmet sich der spätere Teil des Films vielmehr den Männern. Werden in der ersten Hälfte noch die genretypischen Männlichkeits-ideale analysiert, seziert sie Regisseurin Jane Campion regelrecht, als Peter und Phil in der zweiten Hälfte auf der Ranch aufeinandertreffen. Dabei erleben wir einen starken Kodi Smit-McPhee, der einem brillant spielenden Benedict Cumberbatch gegenüber steht. Spielt er Phil zunächst als harten und wortkargen Cowboy, ein Alphatier, schält er nach und nach einen viel komplexeren Charakter heraus. Ergänzt durch kleine, offenbarende Szenen lassen Cumberbatchs subtile Mimik und Gestik früh im Film die Widersprüche der Figur erkennen. Insgesamt ist es kein Film großer Worte, doch die braucht es auch nicht. Campion versteht es meisterhaft, intime Detailaufnahmen mit großen klassischen Westernbildern zu einem rauen und äußerst stimmungsvollen Abgesang auf den Cowboyfilm vergangener Zeiten zu vereinigen.
Kinoevents im Januar
SA 01.01. CINEMAXX, CINEPLEX Aichach – Massenets »Cinderella« live aus der Metropolitan Opera New York
DI 04.01. CINEMAXX , CINESTAR, CINEPLEX, KINODREIECK – Best of Cinema: »Tod auf dem Nil«
SO 23.01. CINEMAXX, CINESTAR – »Jewels« mit dem Bolschoi-Ballett live aus Moskau
SA 29.01. CINEMAXX – Verdis »Rigoletto« live aus der Metropolitan Opera New York
Kinostarts im Januar
DO 06.01. CINEMAXX, CINEPLEX, KINODREIECK – The King’s Man: The Beginning | KINODREIECK – Parallele Mütter
DO 13.01. KINODREIECK – Bis wir tot sind oder frei // Willkommen in Siegheilkirchen | LILIOM – Pleasure
DO 20.01. CINEPLEX, KINODREIECK – Sing 2: Die Show deines Lebens | KINODREIECK – Der Nachname
DO 27.01. CINEMAXX – Morbius // The Black Phone | LILIOM – Spencer
Das könnte Sie auch interessieren
Klassik im Kino
(K)eine Heimat
»Der Heimatlose«
Nach 14 Jahren auf dem Festland kehrt Hein (Paul Boche) in seine Heimat zurück – das einzige Dorf auf einer abgelegenen Nordseeinsel. Zu seiner Überraschung erkennt ihn die eingeschworene Dorfgemeinschaft nicht wieder. Sogar sein Kindheitsfreund Friedemann distanziert sich von ihm, obwohl sie einst unzertrennlich waren. Um herauszufinden, ob Hein wirklich der ist, für den er sich ausgibt, rufen die Bewohner*innen ein Dorfgericht ins Leben. Doch im Verlauf des Prozesses mehren sich die Ungereimtheiten.