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Apollo … wir haben ein Problem

Deutsche Mozart-Gesellschaft © a3kultur/kaj
a3kultur-Redaktion

Die Deutsche Mozart-Gesellschaft bescherte uns einen besonderen Opernabend. Die Qualität des Abends spiegelt sich jedoch nicht im Zulauf des Publikums wider. In der Augsburger Klassikwelt herrscht Handlungsbedarf.

Diese Mozartoper rangiert nicht unter den Top 10 der beliebtesten Kompositionen des Meisters. Umso erfreulicher war die Nachricht, dass das Ulmer Hassler Consort auf Einladung der Deutschen Mozart Gesellschaft (DMG), die bekanntlich ihren Sitz in Augsburg hat, das Werk im Kleinen Goldenen Saal zur Aufführung bringen würde.

Nun lässt dieser Kulturort ja keine »Große Oper« zu. Die Gäste machten aus diesem Fakt eine Tugend. Das Ensemble nahm den rechten Teil der Bühne ein und überließ den fünf Solist*innen den verbleibenden Raum, was diese hervorragend zu nutzen wussten.

In farbenfroher Batikmontur spielten sie auf begrenztem Raum mitreißend die Geschichte vom gemeuchelten Hyacinth und den falschen Anschuldigungen gegen den Gott Apollo. Meisterlich gelangen den jungen Stimmen die anspruchsvollen Passagen, zuverlässig geführt von einem spielfreudigen Ensemble. 16 hervorragende Musiker*innen fanden unter der Leitung von Franz Raml an diesem Abend zusammen, um den Kleinen Goldenen Saal zum Klingen zu bringen. Dieser Ort wird zu Recht die Perle der hiesigen Konzertsäle genannt. Sein Glanz gibt immer wieder den passenden Rahmen für großartige Musikerlebnisse – so auch an diesem Abend. Ein Abend, dem man durchaus etwas mehr Publikum gewünscht hätte.

Die DMG ist nicht der einzige Klassikveranstalter mit hervorragendem Programm, der derzeit Besucherschwund beklagt.

Eine gemeinsam aufgelegte Programmpublikation, ergänzt durch gezielte Außenwerbung, könnte Teil der Lösung sein. Vielleicht böte auch ein intensiverer digitaler Austausch der einzelnen Klassiknetzwerke einen Lösungsansatz für die Misere – gerne in Verbindung mit der künftigen Vermeidung der immer wieder auftauchenden, ärgerlichen Terminüberschneidungen im Genre.

Die Infrastruktur dafür steht in weiten Teilen bereit, aber angesichts enger Etats nicht immer zur Verfügung. Hier herrscht Handlungsbedarf, dem nachzukommen wäre, wenn man das beachtliche Niveau des Klassikprogramms in unserer Kulturregion auch zukünftig halten will. Houston, wir haben ein Problem.

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