Klassik

Auferstehung ins Licht

Gastautor

Das 6. Sinfoniekonzert der Augsburger Philharmoniker sorgte für Furore.

Mit Gustav Mahlers 2. Sinfonie, auch »Auferstehungssinfonie« genannt, läuteten die Augsburger Philharmoniker den Frühlingsanfang ein. Die Ernsthaftigkeit des Themas, dem die Sinfonie gewidmet ist, wird durch die Leichtigkeit überspielt, das Totenreich in den Schatten gestellt und der Sieg der Liebe gefeiert. Ganz im Sinne von Gustav Mahler, der 1901 über das Jüngste Gericht schrieb: »Es ist nicht Strafe und nicht Lohn! Ein allmächtiges Liebesgefühl durchleuchtet uns mit seligem Wissen und Sein!«

Das Orchester führte aus dem noch leisen und dunklen Sog des Vergessens im 1. Satz des Werks sehr lyrisch in die Befreiung im letzten Satz. Die wuchtige Flut der Töne, wie aus einem zerbrochenen Aquarium, überschwemmte den Saal im Kongress am Park. Der Dirigent des Abends, Domonkos Héja, wie immer souverän und galant, schien in diesem Raum wie eine Säule im Wasser, die den Fluten standhält und Halt gibt.

Die Sängerinnen des Abends, Jihyun Cecilia Lee (Sopran) und Ekaterina Aleksandrova (Mezzosopran) sorgten mit warmer Präsenz für den stabilen Ausgleich.

Passender könnte das Programm zu diesem Zeitpunkt nicht sein. Das Konzert erweckte den Eindruck, die Dunkelheit des Winters endgültig zu verabschieden und die Auferstehung der Naturkräfte zum Frühlingsanfang lichtvoll zu feiern.

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