Bewegung im Sheridan Park
In den letzten Jahren entwickelte sich in Augsburg ein Bewusstsein für das Gebäude. Nun bleibt es abzuwarten, ob die Stadtspitze bei dieser Aufgabe auch die Akteure mitnimmt. Ein Kommentar von Fabian Linder
Lange war es ruhig um die Halle 116 im Sheridan-Park. Das ehemalige KZ-Außenlager Dachaus im Augsburger Westen wurde nicht nur für Zwangsarbeiter bei der Messerschmitt AG, sondern später auch von den amerikanischen Besatzern als Kaserne genutzt. Seit dem Abzug der Amerikaner vor drei Jahrzehnten steht das Gebäude, das auch die Bibliothek der University of Maryland beheimatete, leer. Ein Rundgang durch das über 100 Meter lange Gebäude offenbart den jahrelangen Stillstand.
In den letzten Jahren entwickelte sich auf Seiten in Augsburg für das Gebäude, welches 2019 zum Kauf durch die Stadt führte. Ebenso wurde ein erstes wissenschaftliches Konzept erarbeitet. Das ist in vielerlei Hinsicht auch den Vertreter*innen von Erinnerungsorganisationen und Vereinen zu verdanken.
Es ist ein wichtiges Signal, dass für die Nutzung als Erinnerungsort dringend benötigte Stellen sowie eine Interimsaustellung geschaffen werden sollen. Zügig heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Regierungsfraktionen im Stadtrat, solle es eine Konzept-Weiterentwicklung geben, um einen »Lern- und Erinnerungsort« zu schaffen. Dennoch bleibt abzuwarten, ob die Stadtspitze bei dieser Aufgabe auch die Akteure mitnimmt, die sich schon seit vielen Jahren für die nachhaltige Nutzung des Gebäudes als Teil der Augsburger Erinnerungskultur einsetzen. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Halle 116 auch wirklich ihrer zukünftigen Rolle als »dauerhafter Lernort für die historisch-politische Bildung und die Vermittlung demokratischer Grundwerte« gerecht wird.