Bildung
Politik & Gesellschaft

Bock auf Zukunft

Prof. Markus Sause
a3kultur-Redaktion

KI-Kompetenzen Teil 3: Prof. Dr. Markus Sause leitet das KI-Produktionsnetzwerk an der Universität Augsburg. a3kultur besuchte
den ehrgeizigen Wissenschaftler im KI-Erlebnisraum »Halle 43«.

Wo Hightech-Lichter ausgingen, knipst er sie wieder an: Im Verbund mit dem Freistaat Bayern und weiteren starken Partnern erhellt Prof. Dr. Markus Sause von der Mathematisch-Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultät der Universität Augsburg die Zukunft lokaler Produktionsbetriebe. Dabei kann sein Wissensangebot mit deren Nachfrage kaum Schritt halten: »Sie rennen uns die Bude ein!«. Man freue sich über regelmäßigen Besuch und volle Unterstützung aus München, berichtet Sause, der außerdem die Lehr- und Forschungseinheit Mechanical Engineering an der Universität leitet.

Mit seinem engagierten Team wandelte er verödete Werkhallen und Büros zu ansprechenden KI-Erlebniswelten, die lokale Firmen abholen – ganz individuell, stets auf Augenhöhe. Laufend entwickle man neue Bildungsformate, um lernfähige Technik nutzbar zu machen, und zwar für möglichst viele Unternehmen am Standort Augsburg. Unter globalem Konkurrenzdruck dürfe man dynamischen Wandel nicht scheuen, trotz etwaiger Berührungsängste. Letztere will das KI-Produktionsnetzwerk nehmen und in kreativer Atmosphäre Lust auf die reiche Palette neuer Technologien wecken. Im Fokus stehen neben Führungskräften besonders junge Zielgruppen wie Auszubildende und Berufsstarter*innen: Sie hätten »Bock auf Zukunft«.

Vertrauen in die neuen Werkzeuge vermitteln

Schwerpunktmäßig erforscht das KI-Produktionsnetzwerk an der Universität, wie man die Steuerung verschiedenster Industrieanlagen mit KI optimieren kann. Anders als früher laufen diese schon jetzt teilweise nicht mehr statisch programmiert, sondern sensorüberwacht. Das Ziel ist, die dabei generierten, riesigen Datenmengen mittels KI zu verarbeiten und zu nutzen. Diese Entwicklung soll Ressourcen schonen, Wettbewerbsvorteile schaffen und der Nachhaltigkeit dienen. Es zeigt sich bereits jetzt, so Sause, dass das Potenzial von KI-Technologien erheblich ist, um Ausschuss zu reduzieren, oder den Einsatz von Recyclingmaterialien zu ermöglichen.

Wegweisende Praxisnähe bietet seit vergangenem Sommer die Halle 43: »Hier ist Zukunft da­hoam«, gratulierte Staatsminister Blume zur Eröffnungsfeier auf dem ehemaligen Fujitsu-Areal in Haunstetten. Auf rund 5.300 Quadratmetern werden Anlagen im industriellen Maßstab realistisch erprobt sowie Fachkräfte live geschult. Zu den Anwendungskenntnissen will man Vertrauen in die neuen Werkzeuge vermitteln. Beteiligt sind neben namhaften Global Playern auch etliche »Eigengewächse« der Uni Augsburg, verrät Markus Sause stolz. 

Das KI-Produktionsnetzwerk an der Uni beteiligt über 280 Firmen und bietet sowohl Inspiration durch Wissenstransfer als auch Unterstützung bei der Umsetzung. Im deutschlandweiten Vergleich sei die Region Augsburg recht gut aufgestellt, findet Sause. Für die kommenden Jahre wünscht er sich mehr direkten Austausch unter den Betrieben und mit den Forschungseinrichtungen, um weiterhin am Puls der Zeit zu bleiben. Komplexe neue Fragestellungen erforderten enge Interaktion verschiedener Disziplinen, speziell bei ethischen und juristischen Themen. Schon angesichts fehlender Fachkräfte sei KI schlicht alternativlos. Der Mensch bleibe dabei unersetzbar – als finaler Entscheidungsträger.

www.uni-augsburg.de
 

Das könnte Sie auch interessieren

Mira Emke
Bildung, Literatur

Ausgezeichnet!

Im Jahr 2010 startete, in Kooperation mit der Stadt Augsburg, der Stadtbücherei, dem »NetzwerkLESEN« und den »Freunden der Stadtbücherei e.V.«, dieses besondere Projekt. Schulbibliotheken wurden ausgebaut und neu gedacht. Zwischen kuschligen Sitzecken und bunter Raumatmosphäre verwandelte sich ein für Schüler*innen eher
unbeliebtes, mit Büffeln und Langeweile verbundenes Lernzentrum in einen Rückzugsort und eine Abwechslung vom Schulalltag.

Malte Günther
Bildung

»Neugier ist der Anfang«

Neues Semester der Volkshochschulen in unserer Region.
Mira Emke
Bildung

»Ebenso beeindruckend wie notwendig«

Am 1. Juli wurde die erstmalige Eröffnung des Katastrophenhauses in der Feuerwehrerlebniswelt gefeiert.