Mit dem Papagei über die Alpen

9. April 2021 - 9:44 | Juliana Hazoth

»Als wir uns die Welt versprachen« – Romina Casagrande erzählt in ihrem neuen Roman vom Schicksal der Schwabenkinder.

Jahrhundertelang wurden die sogenannten Schwabenkinder auf Kindermärkten an Bauern, überwiegend aus der Schwäbischen Alb, für die Saisonarbeit auf deren Höfen vermittelt. Unter härtesten Bedingungen schufteten die Kinder dort, um ihren ärmlichen Familien einen geringen Lohn zu erwirtschaften.

In ihrem Roman widmet sich die deutsch-italienische Autorin Romina Casagrande – von dem Schicksal Tausender inspiriert – der Vergangenheit ihrer Protagonistin Edna, die selbst ein Schwabenkind war. Auf der Suche nach ihrem Freund Jacob, den sie damals auf dem Hof kennengelernt hat, macht sich die alte Dame auf denselben Weg zurück, den sie als Kind geflohen ist und muss sich dem Schrecken ihrer Kindheit stellen.

Die sture und eigensinnige Frau kämpft sich durch und überwindet alle Hindernisse. Mit imposanter Leichtigkeit erzählt Edna von ihrem Leben, bewegt sich dabei zwischen bedrückender Vergangenheit und stolzer Gegenwart. Auf ihrem Weg hat sie viele inspirierende Begegnungen, immer in Begleitung ihres amüsanten Papageis Emil.

Die Ernsthaftigkeit ihrer Erfahrung geht nahe, zugleich ist das Buch jedoch so hoffnungsvoll und einladend, dass man es kaum aus der Hand legen möchte. Ein wunderbarer Roman mit einer Protagonistin, in die man sich nur verlieben kann!

Romina Casagrande – Als wir uns die Welt versprachen
Roman, 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER Krüger
www.fischerverlage.de

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