Die Augsburger Kegelbahnkonzerte gehen in die 12. Staffel. Mit dabei sind Lillian Hampson, Josy, Marcoca, Janikeliah und Picky Eater.
Dr. Projektor verordnet Gemütlichkeit
Keine Sorge, ich habe nicht promoviert. Eine Erkältung versetzte mich Anfang Dezember lediglich zurück in die gemütlichen Sonntagnachmittage meiner Kindheit. Projektor, die Filmkolumne von a3kultur-Autor Thomas Ferstl
Eingekuschelt in eine flauschige Decke und ausgestattet mit einer großen Tasse Kamillentee habe ich mich in den Bann von Klassikern wie Murnaus »Nosferatu« (1922) und »Der Graf von Monte Christo« (1954) ziehen lassen. Ich bin mit diesen Filmen aufgewachsen und habe sie mir damals schon mit großer Begeisterung angesehen. Die düstere Atmosphäre, die spannende Handlung und die oft etwas überzeichneten Charaktere haben mich fasziniert. Die alten Filme haben auch etwas sehr Beruhigendes an sich. Man weiß, wie die Geschichte ausgeht, und kann sich einfach zurücklehnen, genießen und genesen. Umso erfreuter habe ich bei der Recherche für diese Ausgabe festgestellt, dass beide Filme 2025 neue, vielversprechende Remakes erhalten. Für den Grafen von Monte Christo ist es bereits die 29. Auflage (23. Januar, Cinestar), für den Grafen Orlog – so Nosferatus gebürtiger Name – ist es erst die dritte Reinkarnation (2. Januar, Cinemaxx, Cinestar, Liliom). Ebenfalls gemütlich und erholsam, besonders für mich im norddeutschen Exil, ein bayerischer Heimatfilm:
Hundsling in der Oberpfalz hat zwei Wirtshäuser. Eines zu viel. Als Magdalena (Christina Baumer), die Tochter aus der Wirtsstube Rosi, zur Beerdigung ihrer Mutter in ihr Heimatdorf zurückkehrt und feststellt, dass ihr Vater Xaver (Walter Schuster) völlig überfordert mit dem Familienbetrieb ist, nimmt sie die Zügel in die Hand und bleibt in der Heimat. Magdalena möchte die Konkurrenz, die Gaststätte Casa Toni, ausschalten und greift dabei in ihrer Wut auf die zugezogene Wirtin zu reichlich unlauteren Mitteln. Ein heftiger Streit entzweit das gesamte Dorf. Bis die Gewissheit in den Köpfen der Streithälse reift: So geht es nicht weiter.
Dem Trailer nach zu urteilen gelang Christina Baumer (Hauptrolle, Drehbuch, Regie und Produktion) mit »Hundslinger Hochzeit« (16. Januar, Kinodreieck) eine herb-charmante Heimatkomödie. Gedreht wurde das Erstlingswerk in 24 Tagen im cineastischen Ödland der Oberpfalz ohne die Unterstützung durch Sender oder Filmförderungen, dafür mit vielen Ehrenamtlichen. Dass das der Professionalität des Films keinen Abbruch tut, zeigt sich in den bereits eingeheimsten internationalen Auszeichnungen: Nachdem er auf dem Hollywood Independent Filmmaker Festival bereits mit Gold für die beste Komödie und ebenfalls Gold für den besten Film mit LGBTQ+ Inhalten ausgezeichnet wurde, hat die Kamerafrau des Projekts Natalia Mamaj auf dem Paris Lady Moviemakers Festival den Preis für die beste weibliche Kamera gewonnen. Sollte sich aus diesem Film ein Mehrteiler entwickeln, bekommt die »Eberhofer«-Saga eine würdige Konkurrenz an der Kinokasse.
Wer danach noch nicht genug vom Thema Wirtshaus hat, kann sich am 19. Januar im Cineplex Aichach oder am 26. Januar im Cineplex Königsbrunn die Dokumentation »Fanni – oder: Wie rettet man ein Wirtshaus?« ansehen. »Fanni« wird die alte Gaststätte im oberbayerischen Pischelsdorf genannt, die im Film von engagierten Bürger*innen über drei Jahre hinweg liebevoll restauriert und zu einem Wirtshaus und Dorfheim umgestaltet wird. Der Dokumentarfilm setzt am Zenit des Zeitalters des Wirtshaussterbens an und bietet eine Lösung, um diesem entgegenzuwirken. Oberflächlich betrachtet wird das Wirtshaus eines Dorfes saniert, aber eigentlich ist es die Suche nach einem Ort, der Gemeinschaft und einen Ausgleich zu Familie und Beruf bietet. Die vier Protagonisten Thomas, Norbert, Konrad und Klaus personalisieren die Eigenschaften, die es für die Initiation und konsequente Durchführung eines Projekts dieser Größenordnung braucht. Spannend und inspirierend. Prost!
Filmfigur des Monats:
- Geboren 1986 in Wiesau, Landkreis Tirschenreuth
- Berufe Schauspielerin, Regisseurin, Autorin und Produzentin
- Ausbildung: Schauspielstudium an der Akademie für Darstellende Kunst Bayern in Regensburg
- 2011-2014: Theatertournee mit »Die Kellnerin Anni«
- 2015: Spielfilmdebüt »Das Glück der anderen«
- 2016-2019 Theatertournee mit »Zum Fressen gern!«
- Besitzt den Tauchschein PADI Open Water Diver
Kinostarts im Januar:
DO 02.01. CINEMAXX, CINESTAR, KINODREIECK – Better Man – Die Robbie Williams Story | Feste & Freunde – Ein Hoch auf uns! // LILIOM – Queer
DO 09.01. CINESTAR, KINODREIECK, LILIOM – September 5 – The Day Terror Went Live // LILIOM – We live in time
DO 16.01. LILIOM – A real pain
DO 23.01. CINEAMXX, CINESTAR, LILIOM – Die ??? und der Karpaten- hund // CINESTAR – Uppercut
DO 30.01. CINEMAXX, CINESTAR, KINODREIECK, LILIOM – Paddington in Peru // CINEMAXX, KINODREIECK – Sechs Richtige – Glück ist nichts für Anfänger // KINODREIECK – Der Brutalist
Kinoevents im Januar:
DI 07.01. Alle Kinos – Best of Cinema »Sieben«
MI 08.01. CINEpLEX Königsbrunn – Kulturkino »Die Fotografin«
MO 13.01. CINEMAXX - »Nye« live aus dem National Theatre London
MI 15.01. CINEMAXX, CINEPLEX, KINODREIECK – Royal Ballet & Opera London: Offenbachs »Hoffmanns Erzählungen« live
SO 19.01. CINEPLEX Aichach – »Fanni – oder: Wie rettet man ein Wirtshaus?«
SA 25.01. CINEMAXX, CINEPLEX - Verdis »Aida« live aus der Metropolitan Opera New York
SO 26.01. CINEPLEX Königsbrunn – »Fanni – oder: Wie rettet man ein Wirtshaus?«
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Nach 14 Jahren auf dem Festland kehrt Hein (Paul Boche) in seine Heimat zurück – das einzige Dorf auf einer abgelegenen Nordseeinsel. Zu seiner Überraschung erkennt ihn die eingeschworene Dorfgemeinschaft nicht wieder. Sogar sein Kindheitsfreund Friedemann distanziert sich von ihm, obwohl sie einst unzertrennlich waren. Um herauszufinden, ob Hein wirklich der ist, für den er sich ausgibt, rufen die Bewohner*innen ein Dorfgericht ins Leben. Doch im Verlauf des Prozesses mehren sich die Ungereimtheiten.