Erwacht aus dem Dornröschenschlaf
Nach zweijähriger Corona-Unterbrechung fand vom 3. bis 5. Februar wieder die Augsburger Frühjahrausstellung afa statt. Iacov Grinberg hat die Messe besucht.
Nach zweijähriger Corona-Unterbrechung fand vom 3. bis 5. Februar wieder die Augsburger Frühjahrausstellung afa statt. Das ähnelte nach Worten meiner Frau dem Märchen von Dornröschen. Als alte böse Hexe tritt die Corona-Pandemie auf, und als der junge Ritter das Team von AFAG Messen und Ausstellungen GmbH.
Beim Erwachen befand sich die afa in den gleichen Räumlichkeiten wie vor dem Einschlafen, aber nicht allein. Diesmal fanden in den Messeräumlichkeiten gleichzeitig noch zwei weitere Messen statt: »Immobilientage Augsburg« mit der »Bau im Lot« und »Volt E-Mobilität«. Das war eine erzwungene Wohngemeinschaft.
Alle Preise sind inzwischen wegen Corona gestiegen. Die Inflation steigt, was natürlich eine anstrengende finanzielle Situation der künftigen Aussteller*innen und eine verminderte Kaufkraft der künftigen Besucher*innen bedeutet. Keiner wusste, welche Firmen/Organisationen einen Messeauftritt für sich als zweckmäßig einschätzen und leisten können. Aussteller wie der Bayerischer Landtag, die Augsburger Allgemeine, die Feuerwehr und Polizei, die Lechwerke LEW, die Augsburger Stadtwerke waren wie zuvor wieder am Start. Die weiteren 350 Aussteller*innen mussten zuvor noch gefunden und zur Messeteilnahme animiert werden.
In dem Märchen reichte ein Kuss zum Erwachen aus. Hier dagegen war eine mehrwöchige harte organisatorische Arbeit des Teams notwendig. Bei den Gesprächen am Messestand verwies man auf eine wichtige Rolle von persönlichen Beziehungen der Teammitglieder, insbesondere des Herrn Winfried Forster, dem Leiter des Bereichs Kommunikation.
Die Ausstellung ist aus Sicht der Organisator*innen gelungen: Rund 27.500 Besucher*innen haben die Erwartungen der Veranstalter übertroffen, von Seiten der Aussteller*innen überwogen eindeutig die positiven Stimmen. Es gab sehr viel Neues und Interessantes für die Besucher*innen zu entdecken. Zum ersten Mal war ein Segelflugzeug zusammen mit einem Flugsimulator ausgestellt. Das Staatstheater Augsburg hat seine Neuheit »vr-theater @ home« gezeigt. Das neue elektronische Format ermöglicht es, die 360°-Theatererlebnisse nach Hause – deutschlandweit (+ Österreich) zu bringen.
Der Schwerpunkt der »Immobilientage« lag eindeutig auf Energiesparen und Sanieren. Es wurden zahlreich moderne Dämmungsmaterialen und verschiedene Holzkonstruktionen präsentiert. Die »Holzbau Ries« hat auch ein Gerippe eines großen Hauses ausschließlich aus den großen Balken gezeigt. Das ähnelte den Modellen voriger Jahrhunderte, die heute im Maximilianmuseum ausgestellt sind. Das zahlreiche Publikum an den Ständen bezeugte, dass das Thema wirklich aktuell ist.
Elektromobilität war nicht nur bei »Volt« präsent. Die überwiegende Mehrheit der bei afa ausgestellten Fahrräder waren Elektrofahrräder, einschließlich verschiedener Lastfahrräder. Den Schwerpunkt von »Volt« bildeten nicht nur fast zwanzig verschiedene moderne Elektrofahrzeige. Neben stationären Ladesäulen wurden auch mobile gezeigt, die man bei großen Veranstaltungen mit vielen Besucher*innen anwenden kann. Sehr eindrucksvoll war der Entwurf eines großen (ca. 1,5 Tonnen) Akkublocks, der z. B. mit einem Gabelstapler transportiert werden kann. Er kann in der Nacht geladen werden und am Tag danach zum Aufladen der Elektroautos genutzt werden. Das zeigt eine wirklich breite Anwendung der Elektromobilität im täglichen Leben.
Während aller drei Tage waren die Tische der Gastronomie fast voll besetzt. Es waren sehr viele Kinder dabei. Bei Gesprächen in der Raucherzone war auch kaum Kritik zu hören. Die Ausstellung ist, meines Erachtens, gut gelungen.
Die nächste afa-Messe ist auch als Messe-Trio für den 2. bis 4. Februar 2024 geplant.
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