Faszination Welt
Das Grafische Kabinett zeigt derzeit eine Ausstellung von Guckkastenbildern, die den Blick auf die Welt im 18. und 19. Jahrhundert verdeutlichen.
Wie sieht es an anderen Orten der Welt aus? Eine Frage, die wohl die meisten Menschen interessiert. Heute ist dem Fernweh recht einfach entgegenzuwirken. Im 18. und 19. Jahrhundert hingegen war eine Reise ein Luxus, den nur die wenigsten sich leisten konnten. Um den Menschen dennoch verschiedene Orte näherzubringen, entstanden Guckkästen. Mit einer bestimmten Technik wirkten die darin gezeigten Bilder dreidimensional und ermög-lichten den Hineinschauenden einen kleinen Blick auf ferne Welten.
Im Grafischen Kabinett ist eine Auswahl solcher Bilder aus der Sammlung des Münchners Joachim von Prittwitz und Gaffron ausgestellt. Sie reichen vom heimischen Blick auf Heidelberg bis zur sagenumwobenen Stadt Babel. Dabei ist nicht nur die detaillierte Ästhetik der Illustrationen beeindruckend, die Bilder zeigen außerdem, wie der damalige Blick auf die jeweilige Stadt bzw. Kultur aussah. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde Augsburg zur »Bilderfabrik Europas«, so entstanden auch zahlreiche Stücke der Ausstellung aus unserer Stadt.
»Die Erklärung der Welt« ist eine kleine, aber feine Ausstellung, die durchaus interessante Einblicke in die Sichtweise vergangener Jahrhunderte ermöglicht. Neben dem künstlerischen Wert sind es vor allem die beiden Guckkästen, die das Highlight des Ausstellungsbesuchs bilden. Noch bis 22. April ist die Ausstellung zu sehen.
Zur besonderen Freude der Stadt gingen bereits vor zwei Jahren 2.400 Guckkastenblätter als Schenkung der Familie des Münchner Sammlers Joachim von Prittwitz und Gaffron, der im Dezember 2021 mit 90 Jahren verstarb, an die Stadt über. Tochter Verena von Prittwitz übergab die Sammlung vor kurzem offiziell an Oberbürgermeisterin Eva Weber und Kulturreferent Jürgen K. Enninger.
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