Folge der goldenen Holl-Linie
Im Maximilianmuseum ist bis September eine umfassende Ausstellung zu Elias Holl zu erleben, die Leben und Werk des Erbauers des Augsburger Rathauses illustriert, aber ebenso den historischen Rahmen absteckt.
Der Sommer steht im Zeichen von Elias Holl, der vor 450 Jahren in Augsburg geboren wurde. Der Stadtwerkmeister bescherte uns im Laufe seines Architektenlebens nahezu 100 Bauwerke, von denen zahlreiche erhalten sind und bis heute das Bild und die Atmosphäre unserer Stadt prägen – allen voran das imposante Rathaus. Wie solch Außerordentliches zustande kommen konnte, haben Christoph Emmendörffer, Leiter des Maximilianmuseums, und seine Kolleg*innen in zweijähriger Arbeit zu einem großen Tableau komponiert.
Eine goldene Linie auf dem Boden leitet die Besucher*innen durch die Ausstellungsräume. Schritt für Schritt entsteht das facettenreiche Bild eines Mannes, seines Werks und seiner Zeit. Holl war als Stadtwerkmeister vielbeschäftigt, hatte zu bauen, zu organisieren, technische und logistische Probleme zu lösen, musste aber auch kommunikationstark sein, denn der Prozess des Bauens war schon vor 400 Jahren eine komplexe Angelegenheit, die vielerlei Abstimmungen und Entscheidungen verschiedener Beteiligter erforderte.
Holl war zweifellos in der Lage, seinen schwierigen Job exzellent zu machen. Gesetzte Bedingungen bezog er in seine Planungen ein, fand aber ebenso technische Lösungen, um das »Unmögliche« möglich zu machen, wie den Umzug der alten Rathausglocke auf den Perlachturm.
Entlassung wegen Konfession
In einem Punkt jedoch war Holl zu keinerlei Anpassung bereit: Seinem protestantischen Glauben blieb er trotz aller Diskriminierung treu und wurde darum als Stadtwerkmeister entlassen, denn, nicht vergessen: Wir befinden uns in der Zeit des Dreißigjährigen (Glaubens-)Krieges!
So kommt diese historische Situation folgerichtig in der Ausstellung zur Sprache, mit Dokumenten wie einer Namensliste aus städtischen Diensten entlassener Personen, aber auch Prächtigem wie einer Lavabo-Garnitur, die Inhalt eines kostbaren Kunstschranks war, den die Stadt Augsburg aus Dankbarkeit dem schwedischen König Gustav II. Adolf schenkte.
Für die Ausstellung wurde das Haus regelrecht auf links gedreht, um die vielen hochempfindlichen Exponate adäquat zu präsentieren. Dennoch blieb es eine Herausforderung in den Räumen des charmant verwinkelten Museums ein Event solchen Umfangs zu inszenieren. Die überbordende, dicht bestückte Ausstellung vermittelt mit knapp 350 Modellen, Zeichnungen, Plänen, mit Kunsthandwerk und Gemälden, darunter auch hochkarätigen Leihgaben, ein vielschichtiges Bild Holls und seiner Zeit.
Vielfältige Formen der Vermittlung
Breiter Raum wird natürlich seinem Hauptwerk, dem Rathaus, eingeräumt. Doch auch die Nachwirkungen von Baumeister und Werk fehlen nicht, manifestiert in Kunstwerken, Texten, Musik, Kuriosem und auch Unerfreulichem. Um in dieser Fülle die Übersicht zu behalten, folgt der/die Besucher*in am besten der goldenen Linie. Unterstützung unterwegs liefern digitale Stationen, die KMA-App und Audioguides. Das vielfältige Begleitprogramm bietet neben Führungen in mehreren Sprachen für verschiedene Zielgruppen auch Workshops, Lesungen, Vorträge, zudem das Kunstmobil, ein Kreativraum für Kinder und Jugendliche. Und für Glanz sorgen die goldenen Holl-Nächte am 22. Juli und 2. September.
Wer noch tiefer in das Holl-Universum eintauchen möchte, dem sei der in jeder Hinsicht gewichtige Katalog empfohlen. Auf 672 Seiten bietet er neben Aufsätzen, die auch neue Erkenntnisse und Quellenfunde darlegen, über 800 exzellente Abbildungen.
»Elias Holl (1573–1646). Meister Werk Stadt« ist bis zum 17. September 2023 im Maximilianmuseum zu sehen. Weitere Informationen auf der Website der Kunstsammlungen.
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Formen die Leuchten
Michael Kiessling, Galerist des Kunstraums am Pfarrhof Leitershofen, erzählt gerne, wie er Sandra Tröger im Münchner Ausstellungsraum »Sandkasten« kennengelernt hat – und wie schnell aus diesem ersten Kontakt die Idee für eine gemeinsame Ausstellung entstand. Noch im selben Jahr wurde daraus Wirklichkeit: »Form Farbe Raum« zeigt eine äußerst sehenswerte Auswahl von Trögers Werk in den Räumen von Leitershofen.