Ausstellungen & Kunstprojekte

Glaspalast & Pandemieballast

a3kultur-Redaktion

Die Große Schwäbische Kunstausstellung 2020 hat es nicht leicht: zuerst das Vorab-Aus durch den kulturellen Corona-Lockdown. Dann der Ausweg, rechtlich dem Einzelhandel gleichgesetzt als Galeriefläche doch eröffnen zu können – dann wieder das Aus durch den bundesweiten Shutdown ab 16. Dezember 2020. Am Vortag traf a3kultur-Herausgeber Jürgen Kannler den Organisator der Großen Schwäbischen und BBK-Vorstand, Norbert Kiening, am Ausstellungsort im Glaspalast.

a3kultur: Wie war das bisherige Echo zur 72. Großen Schwäbischen?
Norbert Kiening: Hervorragend. Wir haben bayernweit Anerkennung dafür bekommen, dass wir hier eine Ausstellung eröffnen können in Zeiten, in denen Museen eigentlich geschlossen sind. Das hat uns auch ein Stück stolz gemacht und es ist schön, dass man das sagen kann. Ich habe viele positive Mails – die gar nicht so üblich sind – erhalten. Nicht nur dazu, dass die Ausstellung geöffnet ist, sondern auch zur Qualität der Ausstellung, die durchweg positiv honoriert wird. Auch die Rundschau im BR hat berichtet.

Wie sind die Besucherzahlen 2019/20 im Schaezlerpalais und 2020/21 in der Halle 1 im Glaspalast im Vergleich?
Die Besucherzahl hat sich halbiert. Wir kamen im Schaezlerpalais auf über 6.000 Besucher. Man hat dort natürlich viel Laufkundschaft. In der Halle 1 hatten wir ein explizites Veranstaltungsprogramm geplant, auch aus dem Grund, weil klar war, dass wir dort in einer Stadtrandlage sind.

Welche Infrastrukturen sollten im Glaspalast noch geschaffen werden?
Ich denke für die Aufenthaltsqualität der Besucher in diesen Hallen wäre ein kleines Café oder ein Museumsshop, in dem man Kunstbücher oder kleine Kunstwerke erwerben kann, hervorragend. Dies könnte auch ein Treffpunkt für Künstler sein.

Da ist sicher einiges zu machen, zumal der Mietvertrag in den kommenden Jahren ja ausläuft.
Man muss auf alle Fälle einiges verbessern. Die Räume und die Lage wären es eigentlich wert, dass man hier in kluges Verhandeln investiert. Es gibt ein ausgestattetes Haus und eine konkrete Miete. Wir alle wissen: Wenn Kommunen bauen, wird es immer teuer. Und hier kann man absehen, welche Kosten man hat.

2021 – planst du noch oder lässt du einfach alles auf dich zukommen?
Ich lasse die Sachen immer gerne auf mich zukommen. Aber ich werde im April eine Ausstellung in Oberschönenfeld haben. Dafür muss ich jetzt doch langsam an die konkrete Umsetzung gehen. Man nimmt sich für eine größere Schau doch viel vor und will immer neue Arbeiten zeigen. Ob mir das so gelingen wird, nach diesem schlechten Jahr, das ich hinter mir habe, weiß ich nicht. Aber ich hoffe es.


Die gute Nachricht: Die Große Schwäbische 2021/22 ist in trockenen Tüchern – die Zuschussverhandlungen finden jeweils im Vorjahr statt. Die aktuelle Große Schwäbische im Glaspalast ist mit Katalog, Werk- und Preisliste sowie einem Ausstellungsvideo auch online präsent: www.kunst-aus-schwaben.de

Das ganze Gespräch mit Norbert Kiening hören Sie in unserem Podcast auf:
www.what-goes-on.de

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