Herrliche Wander- & Radetappen im Naturpark Augsburg
In die Region: Durch die Westlichen Wälder bis Krumbach. Ein Gastbeitrag von Sonja Wolf
Schneeglöckchen und Co. recken vorsichtig ihre Köpfe ins Licht. Endlich ist es soweit, – die ersten wärmenden Sonnenstrahlen kündigen den Beginn des Frühlings an. Die Natur ruft und welches Glück – Schwabens einziger Naturpark liegt direkt vor unserer Haustür! Entdeckungstouren im Naturpark Augsburg – Westliche Wälder begeistern Groß & Klein. Ein Naturparadies mit den dicht bewaldeten Höhen eines Zauberwaldes, grünen Tälern, barocken Kirchtürmen und Fuggerschlössern. Auf der landschaftlich reizvollen Tour lassen sich Mozarts Spuren und das Herz der Staudenregion entdecken. Die Wegstrecke führt von Augsburg bis nach Krumbach. Sie kann nach Lust und Laune in kleine Rundtouren oder in Einzeletappen unterteilt werden. Regionalzuganbindung oder die Nutzung der VGA Buslinie 600 sorgen für eine entspannte, stressfreie Planung, individuell abgestimmt und angepasst auf die individuelle Konstitution und Kondition.
Schwabens einziger Naturpark liegt direkt vor unserer Haustür!
Gestartet wird in Augsburg. Hinter Wellenburg halten wir uns in Richtung Anhausen. Bereits hier freuen wir uns auf den Weg durch den Diedorfer Exotenwald. Mächtige über einhundert Jahre alte Douglasien – absolute Raritäten in unseren heimischen Wäldern – vermitteln dabei den Eindruck eines Zauberwalds. Der Weg führt in und durch das schöne Anhauser Tal. Wer aufmerksam ist, wird auf dem Wiesenpfad, an einem Baum, ein Holzschild mit Aufschrift »Zur Maderquelle« entdecken. Sucht und findet man den herrlichen Quell, so gelangt man an ein idyllisches Fleckchen Erde, mit klarem und köstlichem Wasser.
Bereits von weitem erblickt man die Anhauser Dorfkirche, erbaut von einem Vorfahren der berühmten Mozarts. Die barocke Kirche liegt direkt an der Radwanderroute »Schwäbischer Mozartwinkel« (Foto mitte), an deren Streckenverlauf meterhohe knallrote Mozart-Metallsilhouetten den Mozartweg markieren und als Kultur- und Informationsinstallationen dienen. Ab Anhausen erleichtern die Hinweisschilder des Naturparkvereins die weitere Orientierung bis Oberschönenfeld. In der klösterlichen Oase der Zisterzienserinnen genießen wir den mit alten Kastanienbäumen beschatteter Biergarten, werfen einen Blick in die Klosterkirche (Foto rechts) und das Museum. Im Rucksack sollte man unbedingt Platz für ein frisch gebackenes Holzofenbrot aus der Oberschönenfelder Klosterbäckerei haben! Direkt auf dem Areal des Klosters befindet sich auch das Naturpark-Haus. In direkter Nachbarschaft dazu, finden wir den barrierefreien Spielplatz, den der Bezirk Schwaben, nach längerer, aber geglückter Umbaupause, vor wenigen Monaten erst, wieder zum Toben für alle freigegeben hat. Genuss-(Rad)wanderer legen ab Oberschönenfeld nur noch einen Katzensprung bis Gessertshausen zurück und besteigt dort, für die Rückfahrt nach Augsburg, einfach den Regionalzug.
Eine Route durch den Schwäbischen Mozartwinkel
Gut gestärkt fahren wir weiter über den Weiherhof bis Döpshofen, einem hübschen kleinen Dorf, inmitten des Naturparks »Westliche Wälder«. Hier lohnt sich ein Besuch des Strassner-Hofs, der den solidarischen Grundgedanken einer ökologischen und naturerhaltenden Landbewirtschaftung mit viel Engagement und Herzblut umsetzt.
Als nächstes streben wir der Einöde Itzlishofen entgegen, die erstmalig 1451 Erwähnung fand. Von hier führt der Weg durch das Örtchen Willmatshofen, welches fast nahtlos in die Ortschaft Fischach übergeht. Hier lockt an heißen Tagen das Naturfreibad – ein wahres Schmuckstück mit ganz besonderem Badeflair. Im nahe gelegenen kleinen Weiler Heimberg trifft man wieder auf Mozarts Spuren. Im Bedarfsfall gelangt man ab Fischach mit den Buslinien des VGA bequem zurück in die Stadt oder zum nächsten Etappenziel.
Vorbei an Elmischwang – das gleichnamige Schloss ist Baudenkmal, Seniorenresidenz und Begegnungs- und Kulturort. Die Emischwanger Konzerte sind bei Musikliebhaber*innen bekannt und beliebt. Wir durchqueren Wollmetshofen und streben nun dem Wallfahrtsziel »Maria Vesperbild« entgegen. Jährlich besuchen mehr als 400.000 Pilger den nur knapp 50 Einwohner zählenden Ort! Das 1750 im Rokokostil errichtete Gotteshaus, der Park und vor allem die im nahen Wald gelegene Fatimagrotte sind absolute Besuchermagneten. Traditionell wird dort an Mariä Himmelfahrt (15. August) ein herrlicher Blumenteppich ausgerollt.
Wir fahren oder wandern weiter in Richtung Ziemetshausen. Mit bayerischer Wirtshauskultur – modern, leidenschaftlich und mit viel Herzblut – empfängt hier das Landhotel Adler seine Gäste. Im weiteren Verlauf gelangt man nach Bauhofen.
Weiter geht es nach Balzhausen, der Grenze des Naturparks Augsburg – Westliche Wälder. Nun orientieren wir uns Richtung Bayersried und weiter nach Ursberg. Das Dominikus-Ringeisen-Werk betreibt dort eine groß angelegte Behindertenwerkstätte mit verschiedenen Wohnformaten. Das menschliche für- und miteinander wird in Ursberg groß geschrieben. Menschen mit und ohne Behinderung nähten hier die RathausBag – drei Künstlermodelltaschen der Augsburger Kunstförderpreisträgerin Natalija Ribovic. Das integrative Projekt mit Upcycling-Charakter verarbeitete die Foto-Mashgewebe-Plane hinter der sich einst die Augsburger Rathaus-Sanierungsarbeiten verbargen. Die limitierten Taschen entstanden auf Initiative der Regio Augsburg Tourismus GmbH und werden in der Augsburger Tourist-Information verkauft. Kloster Ursberg und der herrliche Biergarten des Klosterbräuhauses laden zum Verweilen und genießen ein. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Bushaltestelle der Buslinie 600. Ab hier fahren die roten Busse in regelmäßigen Abständen zum einen in Richtung Augsburg oder in Richtung Krumbach. Aber auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad ist es nun nicht mehr weit bis zum diesem Etappenziel.
Empfehlenswert: Lauschtour »Krumbach und das Wasser«
Über Attenhausen und Billenhausen gelangt man schließlich nach Krumbach, dem kleinen, reizvollen Örtchen an der Kammel (Foto links). Schloss und Stadtpark, das historische Hürbener Wasserschlösschen mit Wasserspiel, eine ansprechender Gastronomie und nette Geschäfte wollen erkundet und entdeckt werden und vielleicht ist ja sogar gerade Bartholomämarkt! Am besten lädt man sich die kostenlose Bayerisch-Schwaben Lauschtour »Krumbach und das Wasser« aufs Handy. Wir lassen uns von der bebilderten Audio-Tour die Geschichte des vom Wasser geprägten Örtchens mit idyllisch gelegenem Heilbad am Waldrand erzählen, bevor wir uns auf den Rückweg in die Wasser-Welterbe-Stadt Augsburg begeben.
www.augsburg-tourismus.de
www.naturpark-augsburg.de
www.bayerisch-schwaben.de
www.krumbach.de