Hoch Pumpen
Arbeiten von Finja Sander im Kunstverein
»In Skulptur und Video sowie großformatigen Assemblagen setzt sich die in Berlin lebende Künstlerin Finja Sander mit Ehrenmälern und dem deutschen Gedenken auseinander. Der eigene Körper ist dabei Impulsgeber und Seismograph z.B. im Rahmen ihrer Beschäftigung mit der Sehnsucht der Deutschen nach den Bergen, wie sie in den 1930er-Jahren maßgeblich durch die Filme von Leni Riefenstahl mitgeprägt wurde. Finja Sanders Arbeiten fußen auf ihrem performativen Wirken«. So schrieb a3kultur-Redakteur Manuel Schedl in der Vorankündigung zur Schau im Kunstverein.
Wer– wie der Autor – die viel diskutierte Performance der Künstlerin zur Vernissage verpasst hat und sich ausschließlich auf eine Aufzeichnung, die Raumwirkung im Kunstverein und ein nachträgliches Gespräch mit Sanders beziehen kann, dem wird Wirkmächtigkeit in ihrer Arbeit, wohl nur in Teilen nachvollziehbar erscheinen.
Vor Ort zeigt sich wieder einmal, welch geeigneter Ort der Kunstverein doch ist, um Entdeckungen zu machen. Da genießt faszinierende Mechanik zentrale Positionierung. Kunststoffwannen beweinen seriell ihre güldenen Verletzungen, und ein schräger Clip im Obergeschoss führt zur verpassten Performance. Auch hier steht im Mittelpunkt eine mechanische Apparatur. Mittels Hydraulik pumpt sich Sander in die Höhe und bekommt dabei eine roten Kopf. Performancekunst ist oftmals harter Köpereinsatz.
»In einem Land vor unserer Zeit« ist noch bis zum 15. September im Kunstverein Augsburg am Holbeinplatz zu sehen. Der Eintritt zur Ausstellung ist frei. Am Donnerstag, 1. August gibt es um 18 Uhr eine Führung durch die Ausstellung und am Freitag, 6. September wird sich die Künstlerin zu einem Artist Talk um 19 Uhr einfinden.
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