Horizont erweiternd und Fantasie beflügelnd
Drei Fragen an Georg Arzberger, Professor für Klarinette an der Hochschule für Musik und Theater München sowie künstlerischer Leiter des Musikfest Blumenthal.
Georg Arzberger wurde 1981 in Aichach geboren und war bereits zur Schul- und Wehrdienstzeit Jungstudent bei Prof. Harald Harrer am Leopold Mozart Konservatorium bzw. der Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg, bevor er 2001 sein Studium bei Prof. Martin Spangenberg an der Hochschule für Musik »Franz Liszt« in Weimar aufnahm. Seit dem Sommersemester 2019 ist Arzberger Professor für Klarinette an der Hochschule für Musik und Theater München. 2021 ist sein großer Traum wahr geworden: als künstlerischer Leiter hat er sich mit dem »Musikfest Blumenthal« sein ganz eigenes Festival mit gegründet und ins Leben gerufen.
Was macht Ihr Festival so besonders?
Das Musikfest Blumenthal lebt vor allem von seiner besonderen Atmosphäre. Locker, ungezwungen und doch – oder vielleicht gerade deswegen – liegt der Fokus ganz konzentriert auf diesem großartigen Gemeinschaftserlebnis eines gemeinsamen Konzertes auf höchstem Niveau. Hier kann man so wunderbar in den Flieger einsteigen, gemeinsam starten und eine Reise in die individuelle Fantasie tun, egal, wer da neben einem sitzt und egal was drumherum ist. Es geht um die Musik und das gemeinsame Erleben dieser. Und das ist so unglaublich gemeinschaftsstiftend, Horizont erweiternd und Fantasie beflügelnd. Das brauchen wir im Moment mehr denn je. Und das schöne ist bei uns, dass es eben so ohne Hemmschwellen geht. Hier braucht sich niemand zu fürchten; weder vor steifen Regeln noch vor etwas möglicherweise bisher Neuem. Gute Musik kann jede und jeder erleben,
ob nun mit oder ohne Vorkenntnisse. Das senkt sozusagen die geistige Hemmschwelle und unser frei wählbarer Eintritt senkt die ganz banale, finanzielle Hemmschwelle.
Was steht als erstes fest: Überthema oder Inhalt?
Wir sind von einem Gesamtthema wieder abgekommen und konzentrieren uns damit mehr auf den Inhalt, nämlich gute Musik. Die Erfahrung hat uns gezeigt, dass zu viel Konzeption die Leute eher abschreckt, gerade die, die bisher wenig Kontakt zu klassischer Musik hatten. Und gerade die wollen wir ja gewinnen und neugierig machen. Alle anderen kommen auch so und freuen sich trotzdem über gute Musik. Und – auch wenn ich ungern so etwas behaupte, so muss ich es hier doch – die haben wir in Blumenthal, denn wir haben ein Orchester, in dem sich die besten Musikerinnen und Musiker des Landes zusammenfinden und das wirklich auf allerhöchstem Niveau agiert.
Sie arbeiten mit einem besonderen Finanzierungskonzept. Der Eintrittspreis ist frei wählbar. Wie wird dieses Konzept von den Besucher*innen angenommen?
Das Feedback von Seiten des Publikums ist durchweg positiv und wir haben auch das Gefühl, dass sich unser Einzugsbereich dadurch nochmal deutlich geweitet hat. Am Anfang gibt es oft Unsicherheit, wie viel man denn geben soll, aber da helfen ein paar nette Worte meist. Und es stärkt auch ganz wunderbar den Gedanken des sozialen Miteinanders. Wer kann, gibt eben auch mal ein bisschen mehr, damit die, die es sich nicht leisten könnten auch dabei sein können. Das finde ich ganz wunderbar.
Das Musikfest Blumenthal findet vom 1. bis 3. August statt und holt Musik auf internationalem Spitzenniveau von den großen Bühnen der Metropolen aufs Land ins Schloss Blumenthal. Das Festival ist offen für alle Menschen, bietet Klassik und mehr, in einer gemütlichen und persönlichen Atmosphäre. Außerdem spielen soziales Engagement und Klimaschutz eine große Rolle. Um wirklich allen eine Teilnahme zu ermöglichen, ist der Eintrittspreis zu den Konzerten frei wählbar. Jede und jeder zahlt was sie oder er kann und möchte.
Mehr Informationen zum Musikfest Blumenthal unter https://musikfest-blumenthal.de/
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