Im Gehirn der Künstlerin F.K.
Fragmentarisches von Franziska Kastner im Höhmannhaus
Mit Franziska Kastner hat ein neuer unruhiger Geist die Augsburger Kunstszene betreten. 2023 erhielt sie den 64. Kunstförderpreis der Stadt Augsburg im Bereich Bildende Kunst. Nun hat die Künstlerin (Jahrgang 1993) ihre erste Einzelausstellung unter Federführung der Kunstsammlungen und Museen Augsburg in der Neuen Galerie im Höhmannhaus.
Kastner schwimmt. Kastner räkelt sich. Kastner spielt mit Objekten und Gummiexpandern. Ob in der stets fortlaufenden Fotoserie »Points Of Attraction« oder in der vierteiligen Videoarbeit »Adina Perseverance« – Franziska Kastner präsentiert vor allem: sich selbst. Fragmentarisch und in allen medialen Ausdrucksformen. Da explodieren die Gedanken- und sonstige Schnipsel in Stakkato und Legato in der Videoprojektion »Pieces Of Reflex Jam«. Ein transparentes Buch, beschrieben mit Worten der Künstlerin, sieht aus, als blicke man in ein Gehirn, in dem sich die Buchstaben wie Neuronen vernetzen. Diese Assoziation wird durch die mit Facetteneffekt-Folie verhängten Fenster in der Galerie noch unterstrichen. Ein Zelt mit zwei am Boden liegenden Socken verlässt die mediale Ebene und bringt etwas Handarbeit in den Raum. Die Socken hat die Künstlerin übrigens selbst gestrickt. Wie vergessene Überbleibsel eines Festivals im Sommer mutet diese Arbeit mit dem Titel »At First There Was One Thing« an. Vielleicht auch eine Art Selbstporträt, an der Schwelle zum Erwachsenwerden. Man darf gespannt sein, was uns Franziska Kastner in den nächsten Jahren noch von sich zeigen wird.
Die Ausstellung »You Won’t Find It By Thinking« ist noch bis 22. November zu sehen. Dann findet zur Finissage um 18 Uhr eine Live-Musikperformance mit Franziska Kastner in der Ausstellung statt.
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