Das inklusive Wir
Drei Fragen an Dr. Christof Trepesch, leitender Direktor der Kunstsammlungen und Museen Augsburg, zum Projekt »DIWA« und dem Thema Kolonialzeit und Verantwortung.
Wie lange widmen Sie sich dem Thema schon?
Es gab bereits im Rahmen des Kulturentwicklungsprogramms einige Workshops dazu. Das DIWA-Projekt ermöglicht nun dankenswerterweise angesichts der Projektstelle eine intensivere Beschäftigung mit dem Thema. Kunst kennt ja sowieso keine Grenzen. Über alle Epochen hinweg waren Künstlerinnen und Künstler regional und international unterwegs und haben fremde Kultureinflüsse in ihre Werke aufgenommen – von der Antike bis zur Gegenwart. Für uns als Kunstsammlungen und Museen Augsburg ist das Thema entsprechend eine Frage der Gesamthaltung.
Welche Chancen sehen Sie für die Kunstsammlungen, wenn Migration als Thema deutlicher sichtbar gemacht wird?
Wir bemühen uns, mit jeder Ausstellung und jeder Führung durch unsere Häuser für die Besuchenden einen Perspektivwechsel anzubieten. Alle Kunstschaffenden haben ja ihre eigene Sichtweise auf die Welt. Der postkoloniale Ansatz ist eine weitere Möglichkeit, neue Sichtweisen kennenzulernen, welche den Horizont in achtsamer Art und Weise über die europäische Zentralperspektive hinaus noch erweitern. Idealerweise fördert das die Toleranz gegenüber anderen Menschen.
Was wäre aus Ihrer Sicht wünschenswert bei der Fortführung des Projekts?
Um den unterschiedlichen Sichtweisen Raum zu geben, müssen wir in nächster Zeit noch neue Vermittlungsoptionen entwickeln. Das gilt für die Sichtbarkeit vor Ort in den Museen, aber auch digital. Wenn wir dazu erneut Ressourcen zur Verfügung gestellt bekommen, können wir einiges bewegen!
Sehen Sie hierzu auch unseren Gastbeitrag »Nicht neutral und objektiv« von Claas Henschel.
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