Klassik

Jedem Element wohnt ein Zauber inne…

Gastautor

Das Ensemble der Bayerischen Kammerphilharmonie lieferte zum Start der neuen Saison ein exzellentes Konzert mit besonderer Dynamik.


Das Eröffnungskonzert, das am 26. September in der Stadthalle Gersthofen stattfand, beeindruckte von Anfang an. Der außergewöhnliche Musiker, der Multi-Perkussionist Martin Grubinger, der durch seine Virtuosität und Vielseitigkeit stets großes Interesse erweckt, stand bei dem Konzert für Percussion und Streichorchester von John Corgliano »The Conjurer« auf der Bühne. Das Stück, das die Naturkräfte beschwört, ist wie für Grubinger geschrieben. Denn es gelingt dem Musiker, wie einem wahren Magier, alle vier Elemente der Natur in seinem Spiel zu vereinen und sie zu beherrschen. Mit einem feurigen hochkonzertierten Spiel werden in der Luft die unglaublichen Vibrationen erzeugt, die ohne Erdverbundenheit nicht möglich wären. Das alles mündet im Wasser, das für die Emotionen im Publikum stehen kann. Beeindruckend ist die Urkraft des Künstlers, die bei jedem Schlag zum Ausdruck kommt und an einen Schamanen erinnert, der für eine tranceähnliche Atmosphäre sorgt.

Ähnlich zauberhaft ging es mit der Urraufführung des Stücks von Patrick T. Schäfer »Vertigo Walls« weiter, das speziell zum 30-jährigen Jubiläum des Orchesters erschaffen wurde. Die enormen Kräfte der Naturgewalten des ersten Stücks traten zurück, jedoch nicht die Trance. Die hypnotisierende Wirkung wurde durch pulsierende Sätze noch gesteigert, futuristische Akzente sorgten für eine interessante Dynamik. Dabei leuchteten die melodischen Klangeinfälle mit einem Hauch des Zaubers, wie Glühwürmchen in einem Zauberwald.

Die wunderschöne Kammersymphonie von Dmitri Schostakowitsch (in Bearbeitung von R. Barshai) erklang zum Abschluss des Abends. Hier waren diskretere Kräfte am Werk. Präzise und gefühlsbetont führte das Orchester durch die Tiefen und Höhen des Werks, das der Komponist den Opfern der Massenhinrichtungen unter Hitler und Stalin widmete. Die durchdringende Emotionalität erreichte auch durch die Betonung der Dissonanz an diesem Punkt ihre Kulmination.

 

 

Das könnte Sie auch interessieren

Renate Baumiller-Guggenberger
Klassik

Wenn es eng wird auf der Tastatur...

Im ausverkauften Rokoko-Festsaal des Schaezlerpalais widmeten sich vier Fortepiano-Koryphäen an ebenso vielen kostbaren Originalinstrumenten aus Augsburg, Regensburg und zwei Londoner Werkstätten der hohen Kunst des zwei- bis fünfhändigen Sonatenspiels. Nicht zuletzt die im späten 18. Jh. gebauten Augsburger Instrumente von Johann Andreas Stein waren dank innovativer Mechanik in ganz Europa rege nachgefragt und erfüllten höchste Qualitätsansprüche.

Malte Günther
Jazz, Klassik

Gitarrenklänge aus aller Welt

Das internationale Gitarrenfestival Wertingen gehört seit vielen Jahren zu den kulturellen Höhepunkten der Region und verspricht vom 9. bis 11. Oktober musikalische Vielfalt auf Spitzenniveau und eine Bandbreite an Programm:
Mira Emke
Klassik

»Neustart«

Die Augsburger Philharmoniker wagen am 28. und 29. September mit dem ersten Sinfoniekonzert einen »Neustart« in die Saison im Kongress am Park.