Die Augsburger Kegelbahnkonzerte gehen in die 12. Staffel. Mit dabei sind Lillian Hampson, Josy, Marcoca, Janikeliah und Picky Eater.
Kaiserliches Kino
Die Kriegsmaschine rollt weiterhin in Osteuropa und nun auch wieder im Nahen Osten. Ist es da geschmacklos, einen Kriegsfilm hoch zu loben? Das Urteil möchte ich gern Ihnen überlassen. Als Cineast fände ich es jedoch bedauerlich, einen der heiß erwarteten Filme des Jahres links liegen zu lassen.
Während der hartnäckige und skrupellose französische Heerführer »Napoleon« (22. November, Kinodreieck; 23. November, Cinemaxx, Cinestar, Cineplex, Liliom) innerhalb kürzester Zeit zum Kaiser von Frankreich aufsteigt, erobert er gleichzeitig das Herz von Joséphine de Beauharnais (Vanessa Kirby). Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur Napoleons (Joaquin Phoenix) taktisches Genie und seine großen Schlachten. Aus der Sicht seiner einzig wahren Liebe wird vor allem die unbeständige, destruktive Beziehung beleuchtet, die Napoleon in einen aussichtslosen Kampf um ihre Anerkennung und an den Rand der Zerstörung führt.
Im Gegensatz zu vielen anderen Napoleon-Filmen konzentriert sich Regisseur Ridley Scott nicht nur auf Napoleons letzte Schlacht bei Waterloo im Jahr 1815, sondern zeigt sechs verschiedene historische Gefechte. Und diese sind wahrlich bombastisch in Szene gesetzt. Das sollte bei Ridley Scott zwar nicht überraschen, der unter anderem bereits in »Königreich der Himmel« oder »Gladiator« gut vorgelegt hat, aber hier scheint er sich selbst übertroffen zu haben. Auch die Selbstkrönung des französischen Kaisers ist atemberaubend inszeniert: eine direkte Nachstellung des Ölgemäldes von Jacques-Louis David aus dem Jahr 1807. Visuell gibt es an diesem Film einfach nichts zu rütteln. Und schauspielerisch auch nicht. Joaquin Phoenix spielt, wie soll man es anders sagen, kaiserlich. Hier offenbart sich sein ganzes Talent, »die mürrischen, beschädigten, gewalttätigen und anderweitig angstbesetzten Charaktere zu bewohnen«, das Joe Hagan ihm in einem Vanity-Fair-Artikel 2019 so treffend attestierte. An seiner Seite spielt die nicht minder talentierte Vanessa Kirby, die als feinfühlige, noble Kaiserin die kongeniale zweite Hälfte dieses Power Couples verkörpert. Alles in allem das Epos der letzten Jahre, das durch die Strahlkraft von Scott und Phoenix sicherlich ein ordentlich großes Publikum für das angestaubte Genre des Historienfilms begeistern wird.
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