Literatur

Die Lange Nacht der Poesie: Im Wort zuhaus

Gastautor

Am Freitag, den 17. September lud Knut Schaflinger zur Langen Nacht der Poesie im Brunnenhof. Die Augsburger Autor* innen Carmen Jaud, Sarah Kiyanrad, Max Sessner und Siegfried Völlger trugen unter dem Motto »Im Wort zuhaus« ausgewählte Texte vor. Sabine Lutzenberger begleitete den Abend musikalisch.

Wie wir die Welt sehen, hängt von unserem Vorwissen und unseren Erfahrungen ab, die unsere Perspektive auf die Welt beeinflussen. Für Knut Schaflinger ist die Lyrik eine Art »Welterklärungsprogramm«. Sie öffnet den Blick für die Welt und verändert die Perspektive darauf, weil sie uns andere Sichtweisen näherbringt, den Blick für’s Detail und für’s Große und Ganze gleichermaßen schärft.

Die Lange Nacht der Poesie stellte die Texte von Augsburger Autor*innen und deren Sichtweisen in den Fokus. Carmen Jaud, Sarah Kiyanrad, Max Sessner, Siegfried Völlger und der Veranstalter Knut Schaflinger selbst trugen eine Auswahl ihrer Gedichte vor, alle sehr unterschiedlich und doch einig. Jede*r der Vortragenden zeigte einen eigenen Schreibstil, einen ganz bestimmten Blickwinkel und eine eigene Form des Lesens. Es ging um einzelne Details, Personen, ganze Länder und die großen Fragen des Lebens, um die Lyrik selbst. Eine besondere Untermalung des Abends lieferte Sabine Lutzenberger, die die musikalische Seite der Lyrik präsentierte, dabei zunächst bereits bekanntes Material vortrug und schließlich ein selbst vertontes Gedicht von Knut Schaflinger zum krönenden Abschluss des Abends brachte.

Manche der Gedichte waren schlicht schön zu hören, manche heiter und fröhlich, manche ernst und nachdenklich stimmend. Aber in einem waren alle gleich: Sie haben etwas ausgelöst. Man hat es dem Publikum angesehen. Bei jedem Gedicht ist etwas mit ihnen passiert, ihre Mimik hat sich verändert, es wurde gelacht, andächtig genickt und zustimmend gemurmelt. Und tatsächlich war das die wichtigste Erkenntnis des Abends: Lyrik bewegt.

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