Lebensfluss
In der Ateliergalerie Facette wurde die neue Ausstellung »Lebensfluss« eröffnet. Sie zeigt mehr als 30 Arbeiten der Künstlerin Erna Klaus. Iacov Grinberg hat die Ausstellung besucht.
In der Ateliergalerie werden in der Regel Arbeiten von Künstler*innen gezeigt, deren Namen weniger bekannt und die nicht mit der Aufmerksamkeit von Kunstwissenschaftler*innen und Galerist*innen verwöhnt sind. Ich liebe diese Ausstellungen, da ich dort meistens die besten Arbeiten entdeckt habe.
Die Künstlerin Erna Klaus arbeitet mit verschiedenen Stilen. So springen mir beim Rundgang die »Pusteblumen« 1 und 2 ins Auge. Beide Werke haben nicht nur mir gefallen, sie sind bereits mit roten Punkten versehen, also bereits verkauft. »Bayerischer Wald« mit einem Bach vor einem Hügel und »Waves«, das die unruhige See zeigt, sind realistisch gezeichnete Bilder. Bilder wie »Bekanntschaft am Strand«, »Lady trägt Mantilla« und »Lady im Zug« vermitteln berührend die Stimmung des Dargestellten. In »Moderne Stadtmusikanten« ist zwischen farbigen Linien und Flecken ein singender Vogel erkennbar. Bilder wie »Face«, »Götterdämmerung« und die vier Arbeiten ohne Titel wurden deutlich abstrakter gemalt.
Das Bild »Water Lilies« war für mich zunächst rätselhaft. Es zeigt einige hellgrüne Blätter, wobei die Fläche zwischen ihnen mit heller Sonne beleuchtet ist. Ich betrachte oft Wasserlilien im Teich an der Universität. Sie sind alle dunkelgrün und der Raum zwischen diesen Blättern ist kaum beleuchtet. Die Galeristin erklärte mir aber, dass das Bild die Sicht von unten zeigt, also vom Wassergrund aus. Diese ungewöhnliche Perspektive und das Werk blieben mir im Gedächtnis.
Ein Besuch dieser Ausstellung lohnt sich. Bis 10. September ist das noch möglich.
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