Literatur, die die Welt beseelt
Am 15. Mai wurde erstmalig der Popliteraturpreis vergeben. Die Jury zeichnete den Autoren Alard von Kittlitz mit seinem Roman »Sonder« aus.
Schon der Titel zeigt die Tiefe von Kittlitz‘ Roman: »Sonder« beschreibt die plötzliche Erkenntnis, dass alle Menschen, denen man begegnet, ein ebenso vollständiges Leben leben wie man selbst. Mit Träumen, Ängsten und Alltagstrott sind sie reale Menschen und man selbst plötzlich gar nicht mehr so besonders, so außergewöhnlich wie gedacht.
In der Tat außergewöhnlich ist jedoch der gleichnamige Debütroman von Alard von Kittlitz (rechts auf dem Foto), für den er nun mit dem ersten deutschen Popliteraturpreis ausgezeichnet wurde. Die Initiatoren, das Literaturhaus Augsburg, sowie die geladene Jury, bestehend aus der Autorin Alexa Hennig von Lange, dem Autor Dr. Eckhart Nickel und der Musikerin Polina Lapkovskaja, übergaben von Kittlitz seinen Preis bei der Verleihung im Hotel Maximilian’s. Der Preis, der mit 3.000 Euro dotiert ist, soll der »längst überfälligen« Würdigung von Popliteratur Rechnung tragen. Zum Thema »Was ist Popliteratur?« war Prof. Heinz Drügh der Goethe Universität Frankfurt/Main anwesend. Dieser zeigte sich begeistert davon, dass es nun endlich eine solche Auszeichnung gäbe und auch von den ausgewählten Titeln.
Mit seinem Gewinn setzte von Kittlitz sich zuletzt gegen die beiden Mitfinalistinnen Mithu Sanyal (»Identitti«) und Anaïs Meier (»Mit einem Fuss draussen«) durch. Aufgrund einer Lesereise war Sanyal lediglich über vorab aufgezeichnete Videobotschaften zu sehen, während Meier und von Kittlitz vor Ort waren. Die drei Schriftsteller*innen im Finale lasen aus ihren nominierten Werken vor und kamen mit den Veranstaltenden ins Gespräch.
Zwischen musikalischen Einlagen, Sterneküche von Stefan Lang und intellektuellen Gesprächen war die Atmosphäre am Abend betont lässig. Denn, so die Veranstaltenden, Pop und damit auch Popliteratur ist trotzig, manchmal schräg und nimmt sich selbst nicht allzu ernst. Der Clash zweier Welten, die der weißen Stoffservietten und die der entspannten Clubvibes, passt also nur zu gut.
Foto: Links Dr. Eckhart Nickel, Autor und Jurymitglied, mit dem ausgezeichneten Alard von Kittlitz rechts.