Im ausverkauften Rokoko-Festsaal des Schaezlerpalais widmeten sich vier Fortepiano-Koryphäen an ebenso vielen kostbaren Originalinstrumenten aus Augsburg, Regensburg und zwei Londoner Werkstätten der hohen Kunst des zwei- bis fünfhändigen Sonatenspiels. Nicht zuletzt die im späten 18. Jh. gebauten Augsburger Instrumente von Johann Andreas Stein waren dank innovativer Mechanik in ganz Europa rege nachgefragt und erfüllten höchste Qualitätsansprüche.
Magie des Augenblicks
Das Festival »Mozart @ Augsburg« ging am Wochenende zu Ende. a3kultur-Autorin Sarvara Urunova besuchte das Konzert von Sebastian Knauer und Daniel Hope.
Das Festival »Mozart @ Augsburg« glänzte als Highlight im kulturellen Leben Augsburgs im September. Nach einer dreijährigen Pause kehrte das Festival in die Mozartstadt zurück und rief schöne Erinnerungen hervor, aber ließ auch neue Facetten aufleuchten.
Beim Konzert mit Daniel Hope und Sebastian Knauer am 9. September rückten verschiedene Zeitebenen in den Mittelpunkt, die miteinander ein fulminantes Spiel eingingen. In der Vergänglichkeit des Augenblicks entfachte sich die Magie der Gegenwart und der Zukunft.
Der großartige Künstler Daniel Hope begeistert nicht nur mit seiner Virtuosität an der Violine, sondern auch als eine Persönlichkeit des großen Geists. Nur starken Persönlichkeiten gelingt es in den schwierigen Zeiten die Kraft in sich zu akkumulieren, um sie weiterzugeben. Das gelingt Daniel Hope immer wieder. Das bewies er bereits mit seinen Onlinekonzerten, zu denen er in den Zeiten des Lockdowns verschiedenste Künstler eingeladen hatte, die ein Millionenpublikum erreichten und so den Menschen in den unsicheren Zeiten Hoffnung und Freude schenkten.
Auch an diesem Abend bescherte Hope dem Publikum unzählige Momente, die den Menschen verhalfen, der Zeit zu entrinnen und sich der Magie der Musik hinzugeben. Die für diesen Abend ausgewählten Werke von J. Brahms, E. Grieg und F. Mendelssohn-Bartholdy, die durch ihre volkstümliche Übersinnlichkeit gekennzeichnet sind, unterstrichen das übernatürliche Erlebnis. Die Musik wird in diesem Moment zum allumfassenden Gefühl des Daseins, die Zeit spielt keine Rolle mehr. Es existiert nichts mehr als das Jetzt. Der Gastgeber des Festivals, der Pianist Sebastian Knauer, unterstützte den Violinisten auf seiner Reise durch die verschiedenen Zeitdimensionen kraft- und hoffnungsvoll. Mit seinem Festival verleiht er Augsburg nicht nur mehr Glanz, sondern auch mehr Kraft.