Literatur

Mensch, Maschine, Marke

Gastautor

Ein wenig ratlos sitzt man nach den ersten Seiten von »Sonder« vor dem Roman, entzieht er sich anfangs doch jeglicher klaren Einordnung.

Peter Siebert weiß, was die Menschen wollen. Seine Intuition hilft dem Produktdesigner dabei, für seine Kunden perfekte Kampagnen zu entwickeln. Für eine Tech-Firma soll er nun ein Gerät zur Steigerung der Gehirnleistung zur begehrenswerten Marke machen. Kein leichter Auftrag, vor allem, da Peter sich dafür durch ein Netz mysteriöser Geheimisse kämpfen muss.

Alard von Kittlitz widmet den Details seiner Geschichte so viel Aufmerksamkeit, den Nebenfiguren so viel Raum, dass man ein wenig verzweifelt nach dem großen Ganzen sucht. Doch kaum lässt man sich auf Peters Reise ein, entwickelt »Sonder« einen derart faszinierenden Sog, dass man beinahe atemlos durch die Seiten fliegt und sich auf einer spannenden Sinnsuche wiederfindet. Eine ungewohnt schöne und doch schlichte Sprache, greifbare Figuren und viel Detailverliebtheit machen Alard von Kittlitz‘ Buch zu einem großen Lesevergnügen.

»Sonder« von Alard von Kittlitz steht auf der Shortlist für den Popliteraturpreis. Dieser wird am 15. Mai zum ersten Mal vom Literaturhaus Augsburg vergeben. Die Preisverleihung findet im Maximilian’s Hotel statt. Weitere Informationen gibt es unter www.magicpopundewigkeit.de.

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Sonder von Alard von Kittlitz
320 Seiten, 2020
Erschienen bei Piper
www.piper.de