Im ausverkauften Rokoko-Festsaal des Schaezlerpalais widmeten sich vier Fortepiano-Koryphäen an ebenso vielen kostbaren Originalinstrumenten aus Augsburg, Regensburg und zwei Londoner Werkstätten der hohen Kunst des zwei- bis fünfhändigen Sonatenspiels. Nicht zuletzt die im späten 18. Jh. gebauten Augsburger Instrumente von Johann Andreas Stein waren dank innovativer Mechanik in ganz Europa rege nachgefragt und erfüllten höchste Qualitätsansprüche.
Mozart im Glück
Am Wochenende wurde das Mozartfest feierlich eröffnet.
Das diesjährige Mozartfest, das am 15. November seine Eröffnung im Kleinen Goldenen Saal feierte, ist dem Thema »Mozart und Europa« gewidmet. Umso interessanter erschien es, dass der erste Abend des Festivals sich mit Mozarts Zeiten in Prag auseinandersetzte, in der Stadt, in der der Komponist sehr glücklich war und große Erfolge feierte.
Das tschechische Orchester »Collegium 1704« unter der künstlerischen Leitung von Václav Luks überbrachte das besondere Flair der alten Stadt perfekt. Mit der stimmungsvollen Interpretation der Werke von Josef Mysliveček, einem Prager Freund von Mozart, bekam man den Eindruck, sich selbst in Prag zu befinden, durch die Straßen der Stadt zu schlendern, die Herzlichkeit der Menschen zu genießen. Man bekam die Möglichkeit, in die glückselige Atmosphäre einzutauchen. Als dann Mozarts berühmte 40. Sinfonie erklang, wurde das Erlebnis vollkommen.
Die besondere Stimmung hat die norwegische Sopranistin Mari Eriksmoen (Foto: Fabian Schreyer) mit Mozarts Arien weiter gesteigert. Die Traurigkeit des Inhalts von den in Prag entstandenen Arien (»Crudele! Non mi dir« und »Bella mia fiamma«) hat die Sopranistin mit ihrem lyrischen Auftritt und leuchtendem Charisma überstrahlt.
Die großartige Auswahl der Künstler am ersten Abend des Festivals verspricht ein freudiges Mozartfest mit weiteren Konzerten voller Glückseligkeit.