Das »Philosophische Café« ist wieder aktiv
Diskussionsteilnehmer und Interessierte trafen sich erstmals wieder am 11. Juni über Zoom. Iacov Grinberg war für a3kultur dabei.
Das 2006 in Augsburg eröffnete Philosophische Café, eine Vereinigung von Menschen, die ohne wissenschaftlichen Anspruch selbst philosophieren möchten, setzt seine Sitzung nach langer Pause wieder fort. Vor der Corona-Pandemie fanden die Sitzungen stets im Brechthaus statt. Aufgrund der Größe des Hauses, ist dies derzeit aber nicht möglich. Das Philosophische Café wurde kurzum digital und so fand am 11. Juni die erste Sitzung über Zoom statt.
Passend für diese Zeit, setzten sich die Teilnehmer mit den Themen »Fake News, Verschwörungstheorien und Lügen« auseinander. Wie fast immer, erhielt man durch die Diskussionen ein sehr interessantes, allgemeines Bild über die verschiedenen Meinungen und Themen. Zudem warfen die Diskussionsteilnehmer viele Fragen auf, die alle Sitzungsteilnehmer über die Sitzung hinaus weiter beschäftigt haben müssten.
Lügen – manchmal kleine manchmal größere – begleiten uns seit Kindheitstagen. Wir verheimlichen vor unseren Eltern Streiche, Missglücke und Fehler oder wir schummeln beim Spielen. Später erfahren wir, dass manche Informationen nur ein Teil der Wahrheit sein können. Wir erlernen, dass man auch zwischen den Zeilen lesen sollte. Für uns, für Erwachsene, ist das alles gewohnt und verständlich, wieso sollen wir dieses Thema noch ein weiteres Mal besprechen?
Noch vor wenigen Jahren erhielten wir Informationen von einer kleineren Zahl an Quellen, wie Fernsehen oder Zeitungen. Heute gibt es im Internet unzählige, meistens kostenlose Kanäle und Web-Seiten, die für ihre Rezipienten eine Flut an Informationen bereithalten. Heutzutage kann fast jeder seine Meinung im Internet öffentlich kundtun und so scheinbar fundierte Informationen, Meinungen und Theorien verbreiten. Gegen diese schelle und unkontrollierbare Verbreitung ist man schier machtlos.
Während der Sitzung des Philosophischen Cafés wurden keine allgemein gültigen Lösungen präsentiert, aber Probleme deutlich aufgezeigt, diskutiert und Lösungsvorschläge debattiert. Die nächste Zoom-Sitzung soll am 16. Juli stattfinden. Thema ist dieses Mal das heiß diskutierte Thema »Gendern«.
Für einige steht »Studentinnen und Studenten« oder »Student*innen« für die Wiederherstellung von Gerechtigkeit, für andere ist es einfach die Verhöhnung der deutschen Sprache. Auch Versuche genderneutrale Wörter wie »Studierende« oder »Dozierende« zu schaffen, stoßen nicht immer auf Gegenliebe.
Interessierte können nach einer vorherigen Anmeldung bei Herrn Uwe Hillesheimer (pcas@hillesheimer1.de) teilnehmen.