Politik & Gesellschaft

Puls der Stadt

a3kultur-Redaktion

Die Lange Kunstnacht läuft im Holl-Jahr unter dem Titel #hochhinaus und ist mit ihrer Alleinstellung in unserer Region schön längst über sich hinausgewachsen. Am Samstag, 24. Juni soll das Programm die Stadt verzaubern.

Über 200 Programmpunkte an rund 50 Spielorten listet das Programmheft zur Langen Kunstnacht in diesem Jahr auf. 64 Seiten hat die brandneue Publikation. Gestartet wurde das Projekt vor Jahren mit einem einfachen Flyer, wie Elke Seidel, Chefin des Augsburger Kulturamts, im Rahmen der Pressekonferenz zum Spektakel verriet. Am 24. Juni soll es die Stadt verzaubern.

Kultur ist eine Wachstumsbranche. Das machen auch diese Zahlen deutlich. Getragen wird diese Entwicklung von der Arbeit der beteiligten Künstler*innen. Es ist nicht nur gut und richtig, sondern längst überfällig, dass bei der Langen Kunstnacht den Künstler*innen nun endlich »faire Gagen« gezahlt werden. Auch wenn sich die Mindesabendgagen auf einem Niveau bewegen, für das ein mittlerer Handwerksbetrieb keine drei Stunden antreten würde.

Kunst und Kultur sind Zentrum, Seele und Geist unserer Gesellschaft. Jürgen Enninger erklärt im Rahmen der Programmpräsentation Kultur zum »Puls unsere Stadt«. Da hat er natürlich recht, unser Kulturreferent. Auch wenn der Herzschlag, der diesen Puls antreibt, in Augsburg immer wieder gefährlich ins Stocken gerät.

Doch Enninger ist zusammen mit seinen Teams wirklich bemüht, den Puls der Stadt am Laufen zu halten. Auch wenn seine Möglichkeiten begrenzt sind. Gegenwärtig verzeichnet die Innenstadt bald mehr kulturellen Leerstand als bespielte Flächen. Die künstlerische Freiheit wird vom OB-Referat unter Beschuss genommen. Die Kostenexplosionen beim umstrittenen Neubau des Staatstheaters werden noch auf viele Jahre hinaus dringend erforderliche Investitionen in unsere kulturelle Infrastruktur blockieren.

Trotz oder gerade wegen dieses düsteren Bildes sind Termine wie die Lange Kunstnacht wichtig. Sie lädt seit Jahren viele Tausend Bürger*innen ein, ihre Stadt und die Künste zu feiern und die individuell für gut befundene Auswahl aus den 200 Einzelterminen für sich zu einem einzigartigen Programm zu verweben.

Nebenbei lässt sich Augsburg in dieser Nacht mit Seiten erleben, die nicht den gängigen Marketingklischees einer Stadt entsprechen. Ein Fest der Kultur und Architektur, wenn man so will. Und damit gewiss geeignet, den 450. Geburtstag des genialen Baumeisters Elias Holl zu würdigen.

Es ist kaum möglich und vielleicht auch gar nicht angebracht, besondere Empfehlungen für einzelne Programme auszusprechen. Vielleicht gelingen Tipps jedoch über einige der besonderen Orte, die nur in der Langen Kunstnacht bespielt werden:

Alte Schmiede

Antoniuskapelle und Antonspfründe

Leonhardskapelle in der Fuggerei

Haus St. Ambrosius

Hotelturm

Klosterkirche Maria Stern

Konzertsaal des LMZ

Schreinerturm im Wertachbrucker Tor

Serenadenhof und Zofenhof

Dachstuhl im Zeughaus

 

www.lange kunstnacht.de

 

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