Ausstellungen & Kunstprojekte

Pure Farbenergie

Kunstraum Leitershofen »Farbräume 2.0« Siegfried Ijewski
a3kultur-Redaktion

Die Einzelschau »Farbräume 2.0« zeigt neue abstrakte Meisterwerke von Siegfried Ijewski im Kunstraum am Pfarrhof Leitershofen.

Vielstimmig »tönt« es wieder in den Galerieräumen der Familie Kießling: Alleiniges Thema in Siegfried Ijewskis Werk bleibt die Farbe – oder vielmehr deren Auflösung. Nebelartigen, frei fließenden Clustern und Walzen begegnet man hier im Kontrast zur »Partitionen«-Serie, die elegant mit unterschiedlich texturierten Rechtecken spielt. Scheinräumlichkeit in feinsten Verläufen erzeugt der Maler nicht etwa per Sprühpistole, sondern durch unzählige Pinselstriche. Titel wie »Schwinden und Erscheinen« spielen mit der phänomenalen Wirkungskraft zartester Farbharmonien. Deren Macht entdeckte Ijewski Mitte der 1960er-Jahre – während seines Studienaufenthalts in New York. Seither perfektioniert er das Zusammenklingen vielfältigster Nuancen in subtilen Kontrastwirkungen, deren Stimmungen beim ruhigen Betrachten mehr spür- als sichtbar sind – vollkommen losgelöst vom Figurativen.

Der emeritierte Hochschulprofessor lebt heute in Herzogenrath (NRW), mit der Augsburger Galerie Oberländer pflegte er jahrzehntelange Freundschaft. Daher bestritt der Kunstraum am Pfarrhof bereits 2020 seine Eröffnungsausstellung mit »Farbräumen« von Siegfried Ijewski. Fachleute lobten die »ungeheure Sorgfalt« des als introvertiert geltenden Künstlers, der sich selbst als ersten Betrachter beim Malen versteht und seine Bilder keinesfalls durch ein Zuviel verpfuschen will. Atmen und vibrieren müsse jede seiner Kompositionen, erklärt Ijewski, der jedes Bild geduldig aufbaut – in bis zu 50 Acrylschichten. Vertreter wie Arp, Albers, Delaunay, Mondrian oder Malewitsch begründeten die »reine Malerei«, welche später in den USA unter Newman, Rothko, Reinhardt u.a. neu auflebte – und bis heute die Gemüter spaltet. Dezent und unaufgeregt wirken Ijewskis Arbeiten zunächst, ihre zutiefst wahre Botschaft setzen sie sukzessive beim spielerischen Annähern frei: Die energetischen »Farbräume 2.0« laden ein zur Reise in Gefilde höchster Wahrnehmungsfreude, die ans Übersinnliche grenzt.

Siegfried Ijewskis Werke sind noch bis zum 14. September in der Bergstraße 3, Leitershofen, zu erleben. Die Ausstellung ist bei freiem Eintritt jeweils samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr sowie auf Anfrage geöffnet. Am 28. September um 15 Uhr findet hier die nächste Vernissage »Verdichtungen, Materie und Prozesse« mit dem Schweizer Künstler Patrick Rohner statt.

Informationen und Termine unter www.kunstraum-leitershofen.de

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