Literatur

Ein Roman ist [k]ein Roman

Juliana Hazoth
7. Mai 2022

Was hat man zu erwarten, wenn man ein 270 Seiten starken Buch in der Hand hält, welches jedoch mit der Absage des Verlegers beginnt, den Roman nicht veröffentlichen zu können, weil es gar kein Roman sei? Nun, da kommt so einiges auf einen zu.

Im Judith Kellers Buch »Oder?« haben die sonst so schön formbaren Romanfiguren die Nase voll und pfuschen der Autorin ins Werk. Zunächst gibt es den Anfang von Kellers Manuskript zu lesen, doch schon kurze Zeit später, greifen die Figuren selbst zu Stift und Papier: »Wir sind einfach schlecht erzählt«. Um das zu ändern wird wild im Manuskript herumgestrichen, Sätze umgeformt, ergänzt und ganze Passagen neu geschrieben. Der Plot ist bestenfalls zweitrangig – im Fokus steht das Schriftstück selbst. Meta im besten Sinne. Judith Kellers »Oder?« stellt alles auf den Kopf, was es über den Roman zu wissen gab. Das Ergebnis ist ein aufregendes und mutiges Stück Literatur, das sich jedweder Bewertung gänzlich entzieht.

»Oder?« von Judith Keller steht auf der Shortlist für den Popliteraturpreis. Dieser wird am 15. Mai zum ersten Mal vom Literaturhaus Augsburg vergeben. Die Preisverleihung findet im Maximilian’s Hotel statt.

Weitere Informationen gibt es unter www.magicpopundewigkeit.de.

Oder? von Judith Keller

280 Seiten, 2021

Erschienen bei Der gesunde Menschenversand

www.menschenversand.ch

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