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a3kultur-Redaktion

Zu einer richtigen Brauerei gehört ein gutes Gasthaus. Die private Brauerei Ustersbach ist mit ihrer Auswahl an vielfach ausgezeichneten Bieren ein Vorzeigeunternehmen unserer Region in Sachen Geschmack, Qualität, Innovation und Nachhaltigkeit.

Die Annahme, Bier sei Männersache, entlarvte die Chefin des Hauses Stephanie Schmid schon vor Jahrzehnten als Märchen. Der Erfolg gibt ihr recht und ist Ansporn, die beschrittenen Wege weiterzugehen. In einigen Bereichen, wie dem vorbildlichen Nachhaltigkeitskonzept des Unternehmens, gar in einem Tempo, dem die männlich dominierte Politik oft nicht zu folgen vermag.

Dass ausgerechnet diese Brauerei zuletzt einige Probleme hatte, ihr Bräustüble bewirtschaften zu lassen, hat verschiedene Gründe. Zunächst einmal verabschiedete sich vor einiger Zeit das beliebte und eingespielte Wirtsteam in den verdienten Ruhestand und beendete damit eine erfolgreiche Epoche im Bräustüble. In der darauf folgenden Coronazeit war ein Neustart kaum zu bewerkstelligen. Erschwerend kam hinzu, dass das historische Gebäude im Herzen von Ustersbach über keinerlei Biergarten verfügt, sondern direkt an die Parkplätze des prosperierenden Unternehmens angrenzt.

Die Verantwortlichen nutzten die Pause während der Pandemie und entwickelten ein neues Raumkonzept für das Stüberl. Unterstützt wurde das Unternehmen dabei von einem Expertenteam aus dem Salzkammergut. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Im Eingangsbereich laden bequeme Sessel, gruppiert um eine sehenswerte Feuerstelle, zum relaxten Gespräch und machen klar, dass nicht die effizienteste Bestuhlung Ziel der Maßnahme war, sondern Behaglichkeit. Der transparente Raum bietet trotzdem Platz für rund 70 Personen. Einige Tische sind höher und somit »perfekt für einige Drinks einer Mädelsrunde oder den Männerabend«, wie es in der Selbstbeschreibung heißt. Damit ist klar: Das Bräustüble setzt nicht nur auf Bier. Das Team um die neue Wirtin Carina Sohr hat das Ziel, zur guten Adresse für mehr Zielgruppen zu werden, als das bisher der Fall war, ohne dabei beliebig zu werden.

Ein Blick auf die Speisekarte bestätigt diesen Eindruck. Vegetarische, vegane und fleischige Küche finden hier zusammen. Die meisten Angebote werden frisch zubereitet. Das schmeckt man, auch wenn es natürlich ein bisschen dauert. Bei unseren Besuchen waren jedoch keine längeren Wartezeiten zu bemängeln. Vielleicht wurden diese aber auch nur erfolgreich von den leckeren Grüßen aus der Küche in Form von diversen Brotaufstrichen überspielt. Anschließend haben wir die Sellerieschnitzel ebenso probiert wie die Rindsrouladen oder das Linsencurry und waren zufrieden. Die Brätstrudelsuppe war einfach sensationell und die Kässpatzen mit zweierlei Zwiebeln und Chilischoten kamen ebenso gut an wie das Kinderschnitzel vom Schwein samt Pommes. Ein besonderes Lob verdienen die Salate.

Die Preise sind der Qualität endsprechend in Ordnung. Einige der regionalen Zulieferfirmen finden auf der Speisekarte Erwähnung. Dass die Bewirtschaftung des Bräustübles Ustersbach nun Frauensache ist und solche Ergebnisse liefert, kann nur als Gewinn für die kulinarische Region gewertet werden.

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