Ausstellungen & Kunstprojekte

Schöne, kaputte Welt

Schönheit im Schrecken: Im Zusammenspiel suchen der Künstler Sebastian Bühler und der Sound Artist Jürgen Branz die Ästhetik der vom Menschen verwüsteten Erde.

Ah, Malerei. Nein, doch nicht: Es sind Fotos, mittels Drohne aus der Luft (über Bosnien-Herzegowina und Serbien) geschossen, die derzeit die Wände des Erdgeschosses im Holbeinhaus zieren. Wer das Öko-Filmessay »Koyaanisqatsi« von Godfrey Reggio aus dem Jahr 1982 kennt, dem/der dürfte das bekannt vorkommen: Aus einer gewissen Entfernung und Perspektive sehen selbst durch die Jagd des Menschen nach Rohstoffen umgestaltete und verwüstete Landschaften fast wie abstrakte Kunstwerke aus.

Auch der Fotokünstler Sebastian Bühler überschreitet mit seinen Luftaufnahmen mehr als einmal die Grenze zur Malerei. Sein »Spielpartner« Jürgen Branz liefert dazu den Soundtrack: Gesammelte Außengeräusche und synthetische Klänge vermischen sich und schaffen eine unruhige, dschungelartige Atmosphäre. Mittels Mikrofon darf dabei auch der/die Besucher*in eigene Geräusche beisteuern. Diese erklingen verfremdet aus den Boxen und hallen noch eine Weile nach – unser klanggewordener ökologischer Fußabdruck im Ächzen und Raunen der geschundenen Welt. 

Der Kunstverein Augsburg setzt auch in dieser sechsten Runde seiner Ausstellungsreihe »Groundfloor Playground« auf ein Zusammenspiel zweier zeitgenössischer Künstler, die alle ihnen zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten ausnutzen und die – im Gegensatz zum eingangs erwähnten Film – das Publikum zum dritten Mitspieler machen. Mit-Täter war es, wie der gänzlich unabstrakte, in Gläsern ausgestellte Zivilisationsmüll beweist, auch zuvor schon.

»Groundfloor Playground #6« ist noch bis 28. Januar 2024 im Holbeinhaus zu sehen (und zu hören).

www.groundfloor-playground.de

 

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