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Stasikomödie

Stasikomödie

In »Stasikomödie« begibt sich der erfolgreiche Romanautor Ludger Fuchs durch seine Stasi-Akte auf die Spuren seiner Vergangenheit. Ein Brief in den Akten wird dabei zum Wendepunkt.

Im heutigen Berlin entspinnt sich eine »Stasikomödie« (19. Mai, alle Kinos): Auf Drängen von Freunden und Familie hat sich Ludger Fuchs (Jörg Schüttauf) entschlossen, Einsicht in seine Stasiakte zu beantragen. Heute ist er ein prominenter Romanautor, gestern war er ein Held des Widerstands der DDR; er stand also zwangsläufig unter Beobachtung der Staatssicherheit. Stolz präsentiert Ludger seiner versammelten Familie die dicke Akte. Alles hat die Stasi dokumentiert und kommentiert: seine Wohnung, seine Katze, selbst Szenen mit seiner Frau Corinna (Margarita Broich) im Ehebett. Aber als ein zerrissener und wieder zusammengeklebter sehr detaillierter, sehr intimer Brief zwischen den Seiten auftaucht, kippt die heitere Stimmung. Von Corinna war er bestimmt nicht, und die will es jetzt genau wissen. Ludger wiegelt ab und packt wütend seine Akte zusammen. Vor dem inzwischen handfest und laut gewordenen Ehestreit nach draußen geflohen, zündet er sich vor dem Haus eine Zigarette an und bläst den Rauch nachdenklich in die Sonne. Und er erinnert sich an den jungen Mann (David Kross), den die Stasi einst angeworben hatte, um vor über 40 Jahren in die Boheme des Prenzlauer Bergs einzutauchen, sie auszukundschaften und zu zersetzen. Und wie ihm das Leben dort sofort gefallen hatte: die Freiheit, die Frauen – so sehr, dass er schon bald seinen Auftrag vergessen hat.

Regie führte Leander Haußmann, der auch das Drehbuch schrieb. Es handelt sich bei »Stasikomödie« nach »Sonnenallee« (1999) und »NVA« (2005) um den dritten und letzten Teil seiner DDR-Trilogie. Mit seinem pointierten Cast, zu dem auch Detlev Buck, Henry Hübchen und Tom Schilling zählen, erzählt Haußmann nun eine charmante Coming-of-Age-Geschichte über die Entdeckung der Liebe zwischen »guter« Boheme und »bösem« Schurkenstaat. Insgesamt sehr unterhaltsam, aber in Bezug auf die Wiedergabe der tatsächlichen gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse in der DDR der 1980er-Jahre fragwürdig. Die Terrormaschine Stasi verkommt hier im Vergleich zu »Das Leben der Anderen« höchstens zu einem renitenten Giftzwerg.

 

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Natja Brunckhorst
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Natja Brunckhorst
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Geboren am: 26. September 1966 in Berlin
Berufe: Schauspielerin, Drehbuchautorin, Produzentin, Regisseurin
1979: Auf dem Schulhof für die Hauptrolle in Uli Edels »Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo« entdeckt
bis 1987: lebt in Großbritannien und Paris
bis 1991: Schauspielstudium in Bochum
seit 1998: Drehbuchautorin u.a. von »Wie Feuer und Flamme«, »La Mer«, »Amelie rennt« und diversen »Tatort«-Folgen
2003: Gründungsmitglied der Deutschen Filmakademie

Bildunterschrift
© Regina Recht

Kinoevents im Mai

MI 11.05. CINEMAXX - »This much I know to be true« über und mit Nick Cave
DO 19.05. CINEPLEX - »Schwanensee« live vom Royal Ballet London
SA 21.05. CINEMAXX, CINEPLEX - Donizettis »Lucia di Lammermoor« live aus der Metropolitan Opera New York
DI 31.05. CINEMAXX, CINEPLEX - Anime Night: »Detektiv Conan 25: Die Halloween-Braut«

Kinostarts im Mai

MI 04.05. CINEMAXX, CINEPLEX – Dr. Strange in the Multiverse of Madness
DO 05.05. CINESTAR, CINEPLEX, KINODREIECK, LILIOM – Die Biene Maja 3: Das geheime Königreich | KINODREIECK – Die unendlichen Weiten des Himmels // Memoria // Nawalny // Sigmund Freud: Freud über Freud // Sun Children | LILIOM – Die Kunst der Stille
DO 12.05. CINEMAXX, CINEPLEX, KINODREIECK – Meine schrecklich verwöhnte Familie | CINESTAR, CINEPLEX, LILIOM – Willi und die Wunderkröte | CINEPLEX – Firestarter | KINODREIECK – Das Licht aus dem die Träume sind // Nico
SO 15.05. KINODREIECK – Heinrich Vogeler: Aus dem Leben eines Träumers
DO 19.05. CINEPLEX, KINODREIECK – Dog: Das Glück hat vier Pfoten | LILIOM – X
DO 26.05. CINEMAXX, CINEPLEX, KINODREIECK – Immenhof: Das große Versprechen | CINEMAXX, CINEPLEX – Top Gun: Maverick | KINODREIECK – Die Täuschung // Ein großes Versprechen // Maixabel: Eine Geschichte von Liebe, Zorn und Hoffnung

 

 

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