Ausstellungen & Kunstprojekte

Eine Straße für Ida Paulin

Gastautor

– fordert Iacov Grinberg nach seinem Besuch der Ausstellung »Glaskunst made in Augsburg«. 

Anderen Menschen einen Besuch einer Kunstausstellung zu empfehlen, kann manchmal problematisch sein. Kunstausstellungen sind in der Regel nach dem Geschmack der  Kunstwissenschaftler*innen organisiert. Aber aus Sicht von uns Laien können die ausgestellten Arbeiten wesentlich anders und manchmal auch nicht immer angenehm oder aussagekräftig anmuten.

Ich erinnere mich an die Ausstellung von Max Kaminski, einem Maler mit Weltnamen, im Schaezlerpalais. Die Kunstwissenschaftler waren von seiner Überarbeitung von »Schokoladenmädchen« von Jean-François Lyotard, das 1745 geschaffen wurde, begeistert. Mir aber schien diese Überarbeitung des Bildes als drei vertikale Teile, die ineinander überliefen, als eine Verhöhnung. Oder ein gigantischer aufgeblasener chinesischer Hase im Zentrum des Rokokosaals, dessen krumme Oberfläche die Schönheit des Rokokosaales verzerrt widerspiegelte. Aber die neue Ausstellung »Glaskunst made in Augsburg«, die das Schaffen von der in Augsburg geborenen und arbeitenden Künstlerin Ida Paulin (1880–1975) zeigt, empfehle ich gerne.

Neben Skizzen, Gemälden, Batiken und Stickereien besteht ein wesentlicher Teil der Ausstellung aus bemalten Keramik- und Glasgeschirrobjekten. Ich habe mit vielen Besucher*innen gesprochen. Alle waren vor allem von diesen Objekten begeistert. 

Die Vorbereitung der Ausstellung dauerte drei Jahre. Nur wenige der ausgestellten Objekte befanden sich im Museumsdepot. Der leitende Museumsdirektor der Kunstsammlungen und Museen Augsburg, Dr. Christoph Trepesch, suchte viele ausgestellte Objekte in verschiedenen anderen Museen und bei privaten Sammler*innen aus. 

Ende März wird die Ausstellung ihre Pforten wieder schließen und die Objekte kehren zu ihren Besitzer*innen oder in den Fundus zurück. 

Mir scheint es vernünftig, eine Straße nach Ida Paulin zu benennen. Ihre Arbeiten tauchen bis heute auf verschiedenen Kunstauktionen auf. Die Welt der Kunst vergisst sie keinesfalls. Die Stadt darf ihre Bürgerin auch nicht vergessen.

https://kunstsammlungen-museen.augsburg.de/idapaulin

 

 

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