The show was amazing
Claudia Pichler erfreut mit charmant bayrischem Dialekt und Fröhlichkeit in der Singoldhalle.
Dass man die Rückschau auf über zwei Jahre Pandemie durchaus mit Humor betrachten kann, vielleicht sogar muss, das bewies Claudia Pichler in ihrem Programm »Eine Frau sieht weißblau«. Dabei zählt die Kabarettistin zu den Kleinkünstlern, die die Zurückhaltung der Besucher, Kleinkunst zu besuchen, zu spüren bekommen. Immerhin 80 Besucher*innen erlebten sie in der Singoldhalle Bobingen. Ihr Humors und ihre Fröhlichkeit sind so herzerfrischend und ansteckend, dabei bringt sie auch kritische Töne an: wundert sich, etwa über Steuer hinterziehende Promiköche, die Auswüchse des Biergenusses, vor allem auf der Wiesn, oder die Korruptionsfreudigkeit der Töchter früherer, bayrischer Politiker.
Und sie singt, etwa ein Hoch auf die »Essigessenz, oh Essigessenz. Du scherst Dich nicht um Modetrends. Essigessenz, oh Essigessenz! Du glänzt mit reinster Präsenz.« Man spürt ihre Bodenständigkeit, nicht zuletzt durch den konsequenten gelebten Dialekt. Da kommt so manche Aussage »derber« Natur aus ihrem Mund einfach charmant daher: wenn sie über die Nachbars-Schratzen, will heißen Kinder, spricht.
Egal, ob sie sich also mit den Pandemie-Auswirkungen, z. B. dem Pandemie-Wammerl beschäftigt, über die Liebe einer Fleisch- zu einer Fruchtfliege, die dafür vegan wird, singt oder in reinster Poetry-Slam Manier ihre Wünsche ans Universum formuliert: the show was amazing.