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Understanding AI

a3kultur-Redaktion

KI hält Einzug in die Museen. Eine Schau zum Thema ist im Ars Electronica Center in Linz live zu erleben.

Künstlicher Intelligenz beim »Denken« zuschauen. Selbstfahrende Autos trainieren. Roboter programmieren. 3D-drucken. Die eigene DNA mit der Genschere bearbeiten. Dies und noch viel mehr verspricht ein Besuch des Ars Electronica Centers. Das Linzer Vorzeigeprojekt für technisch Machbares und seine kreativen Umsetzungsformen gehört europaweit, wenn nicht gar weltweit, an die Spitze, wenn es darum geht, auf spielerische und unterhaltsame Art zu erfahren, wie neue Technologien, allen voran künstliche Intelligenz, unser Leben verändern. Dementsprechend ist dem Thema KI ein weiter Raum im Arc Electronica Center gewidmet, den es, für alle Altersstufen gerecht, zu entdecken gilt.

Dabei stellen sich die Ausstellungsmacher*innen zuerst folgende Fragen: Was ist künstliche Intelligenz? Und was wissen wir eigentlich über die menschliche Intelligenz? Wie intelligent kann künstliche Intelligenz im Vergleich dazu sein? Wichtiger noch: Welche Auswirkungen werden die Fortschritte in diesem Bereich auf unsere Gesellschaft haben?

Die Präsentationen zum Thema decken zahlreiche Teilbereiche ab und man wird aktiv eingeladen, KI selbst zu erfahren. So hat man im Projekt »Comment AI« vom Ars Electronica Futurelab (AT) die Möglichkeit, mitzuhelfen, eine zukünftige KI-Anwendung zu trainieren.

Bei »Computer Vision Fails« erfährt man spielerisch mehr über das Prinzip maschineller Bilderkennung und -generierung. Diese KI kann fantastische Ergebnisse hervorbringen, doch nicht immer können Maschinen fehlerfrei mit den Daten umgehen. Auch auf die düsteren Aspekte der KI geht die Schau ein.  

Welche Risiken in der Technologie stecken, zeigt auch das Projekt »Gender Shades« von Joy Buolamwini und Timnit Gebru. Sie untersuchten die Voreingenommenheit von KI-Programmen in der Gesichtserkennung.

Überhaupt überzeugt die kritische Auseinandersetzung mit dem Thema im Center. So können zum Beispiel bei »Glow« von  Diederik P. Kingma und Prafulla Dhariwal durch die Benutzung eines Reglers bestimmte Äußerlichkeiten von Personen manipuliert werden.

Das Projekt »Moral Machine« vom  MIT Media Lab und Scalable Cooperation beschäftigt sich mit moralischen Dilemmas im Straßenverkehr, im Kontext mit dem autonomen Fahren.

In der Selbstauskunft des AEC heißt es: Künstliche Intelligenz bietet reichlich Raum für Spekulationen über die Zukunft. Sicher ist, dass diese Technologie unseren Alltag schon jetzt tiefgreifend verändert hat und weiter verändern wird. Längst unterstützen uns Algorithmen in den unterschiedlichsten Bereichen wie autonomes Fahren, Sicherheitstechnik, Marketing oder soziale Medien. Sogar zur Erzeugung von Kunstwerken wird die künstliche Intelligenz verwendet. Aber wie viele unserer Aufgaben wollen wir an Maschinen auslagern? Keine andere Entwicklung stellt uns derzeit so deutlich die Frage, wie wir unsere technischen Mittel im gesellschaftlichen Kontext einsetzen wollen.

Der gesellschaftliche Wandel durch die künstliche Intelligenz ist bereits im vollen Gange. Um sich darin orientieren zu können, ist ein Grundverständnis für diese Technologie notwendig. In »Understanding AI« sind sowohl die wichtigsten technischen Aspekte der künstlichen Intelligenz als auch konkrete Beispiele ihrer Anwendung versammelt. Diesem Anspruch wird man in Linz gerecht. (kaj) www.ars.electronica.art

Weitere Ausstellungen zum Thema

KI.ROBOTIK.DESIGN
Pinakothek der Moderne in München
bis zum 18. September

Mit Sami Haddadin setzt einer der weltweit führenden Forscher, Innovatoren und Koryphäen auf dem Gebiet der Robotik und künstlichen Intelligenz die Reihe zeitgenössischer Designpositionen in der Paternoster-Halle fort, zu der Die Neue Sammlung – The Design Museum seit 2015 jährlich internationale Protagonisten des Designs
einlädt. Sami Haddadin und sein Team haben für Die Neue Sammlung eine Ausstellung konzipiert, die in vier Kapiteln die Entstehung, Gegenwart und Zukunft von Robotik und KI aufzeigt und erfahrbar macht.

www.pinakothek-der-moderne.de

Künstliche Intelligenz Maschinen — Lernen — Menschheitsträume
Deutsches Hygiene-Museum Dresden bis 6. November

Seit Jahrhunderten träumen Menschen von der intelligenten Maschine. Heute sprechen wir mit Alexa oder Siri, und vielleicht sitzen wir schon morgen in autonom fahrenden Automobilen. Aber sind diese hochkomplexen Systeme, die sich hinter dem Kürzel KI verbergen, wirklich intelligent – so, wie Menschen intelligent sind? Und folgt mit ihrem Einsatz am Ende nicht womöglich das Erwachen aus einem schönen Traum? Denn auch, wenn die Szenarien einer aus dem Ruder laufenden Maschinenherrschaft noch immer reine Science-Fiction sind: Beunruhigend sind die Fähigkeiten der manipulativen Algorithmen, Informationen aufsaugenden »Datenkraken« oder folgenschwere Fehlentscheidungen treffenden KIs allemal.

Die Ausstellung thematisiert solche menschengemachten Risiken der KI-Entwicklung ebenso wie die großen Chancen, die mit dieser neuen Technologie verbunden werden. Entstanden ist ein informatives und interaktives Ausstellungserlebnis an der Schnittstelle von Alltag, Technologie, Wissenschaft und Kunst.

www.dhmd.de

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