Ausstellungen & Kunstprojekte

Verlässliche Größen

Die Göttin Demeter mit Füllhorn. Eine Bronzeskulptur von Markus Lüpertz.  ©a3kultur/kaj
a3kultur-Redaktion

Auf Penck und Lüpertz folgt in der Galerie KA7 Armin Müller-Stahl.
 

Zum fünfjährigen Bestehen der Galerie KA7 präsentiert Josef Lochner Werke von Markus Lüpertz und A.R. Penck. Bis einschließlich 12. Januar können die beiden Schwergewichte der deutschen Nachkriegskunst in der Dachauer Altstadt, unweit des Schlosses, noch erlebt werden. Mit dem bisherigen Verlauf der Jubiläumsausstellung zeigt sich der Galerist sehr zufrieden. Rund 500 Besucherinnen und Besucher, so schätzt er, hatten bereits bis Ende November die Ausstellung in den kleinen, aber feinen Räumen gesehen. Darunter zahlreiche Stammkunden, die das Angebot in der Galerie KA7 zu schätzen wissen.

Doch auch neues und, was Lochner besonders freut, auch junges Publikum findet den Weg in seine Galerie. Im Programmspektrum finden sich allerlei große Namen, die bisher allesamt auf erfolgreiche Documenta- und Biennale-Beteiligungen verweisen können. Für manche Vertreter*innen der Generation Z sind sie und ihre Werke jedoch oft Neuentdeckungen, die beim Bummel durch die Dachauer Altstadt im KA7- Schaufenster gesichtet und – im besten Fall – auch erworben werden. Die günstigsten Arbeiten im Angebot sind einfache Drucke, die zum Teil schon deutlich unter 100 Euro zu haben sind. Das obere Preissegment endet bei einigen Tausend Euro, selten im fünfstelligen Bereich. Ein kuratorisches Konzept, das auch wirtschaftlich erfolgreich ist. Der Raum erlaubt eine fast intime Nähe zu den gezeigten Arbeiten. Besonderes Vergnügen bereitet es, sich durch das Angebot zu blättern, das an den Wänden keinen Platz fand und deshalb im Plakatdisplay zu entdecken ist.

Im zuweilen unübersichtlichen und nicht immer verlässlichen Handel mit Druckgrafiken gilt Josef Lochners Haus als seriöse Adresse. Ein Ruf, der die Bedeutung der Galerie unterstreicht und auch das geschäftliche Netzwerk gedeihen lässt. Zu den sehr gewissenhaft ausgesuchten Arbeiten weiß der Galerist immer wieder spannende Geschichten zu erzählen. Einige Künstler kennt Lochner persönlich. Schon bevor er sich als Unternehmer selbst in den Ruhestand entließ, war er Kunstsammler aus Leidenschaft. Er pflegt Kontakte zu Sammlern und anderen Galeristen, die ihm für seine Ausstellungen immer wieder gerne gutes Material überlassen.


Ein besonderer Coup zeichnet sich für die Galerie gleich zum Jahresbeginn 2025 ab. Josef Lochner gelang es, auch in persönlichen Gesprächen, den zunehmend zurückgezogen lebenden Künstler Armin Müller-Stahl zu einer Ausstellung in Dachau zu bewegen. Als Schauspieler weltweit bekannt geworden, wandte sich Müller-Stahl schon vor Jahren der bildenden Kunst zu und genießt auch in diesem Genre einen Respekt, der nicht allen malenden Schauspieler*innen zufällt. Der Ausstellungsstart ist für den 18. Januar geplant. Es bleibt Josef Lochner und seinem Kollegen Gerhard Niedermair also nicht viel Zeit zwischen der Finissage von Lüpertz und Penck und der Vernissage von Müller-Stahl, um nach Schleswig-Holstein zu reisen und die Arbeiten beim Künstler persönlich für die Präsentation in Dachau abzuholen.

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