Eine Vision für Bayerns Kulturpolitik
Seit November 2022 haben sich in der Initiative Kulturzukunft Bayern über 16.000 engagierte Bürger*innen aus über 35 Fördervereinen bayerischer Kultureinrichtungen zusammengeschlossen, um einen kulturpolitischen Dialog über die Gestaltung eines modernen bayerischen Kulturstaats zu führen.
Für sie ist Kultur eine grundlegende Säule der Gesellschaft, die weit über elitäre Veranstaltungen und Räume hinausreicht: Sie erstreckt sich von der Dorfblasmusikkapelle bis zum Symphonieorchester, vom Rockfestival bis zu den Opernfestspielen, vom Selbstbildnis von Dürer in der Alten Pinakothek bis hin zur Graffiti-Ausstellung im MUCA Kunstlabor, und weit darüber hinaus.
Um dieses breite kulturelle Spektrum Bayerns für alle Bürger*innen erlebbar zu machen, setzt sich die Initiative Kulturzukunft Bayern daher für die Erhaltung und Förderung von öffentlichen und privaten kulturellen Angeboten sowie Institutionen ein. Gleichzeitig ist man sich der Herausforderungen im Bereich der Kulturinfrastruktur bewusst, die in den kommenden Jahrzehnten erhebliche Investitionen erfordert. Ein Großteil der staatlichen Kulturinstitutionen in ganz Bayern benötigt dringend Sanierung und Modernisierung. Dies stellt aber auch die Chance dar, einen modernen Kulturstaat zu schaffen, der den Bedürfnissen der Gesellschaft gerecht wird. So präsentierte Regula Lüscher, Senatsbaudirektorin Berlin a.D., bei der vergangenen März-Veranstaltung der Initiative die Idee einer »Oper Plus«. Sie forderte dazu auf, die breiteren Gesellschaftsschichten einzubinden und ihnen einen Alltagsort zu bieten, der weit über den Kulturbetrieb hinausgeht. Dies erfordert wohlüberlegte Interimsbauten, die die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Kultureinrichtungen fördern. Eine klare und kohärente Kulturstrategie ist hierbei von zentraler Bedeutung.
Die beiden Initiatoren der Initiative Kulturzukunft, Anna Kleeblatt und Dr. Markus Michalke, haben ein klares Ziel vor Augen: die Verwirklichung eines modernen europäischen Kulturstaats, in dem jede Person, unabhängig von Herkunft und Aufenthaltsdauer, aktiv am kulturellen Leben teilhaben und die kulturelle Identität Bayerns hautnah erleben kann. Denn Kultur ist nicht nur ein Integrationsort für eine pluralistische Gesellschaft, sondern auch ein entscheidender Wirtschaftsfaktor für den Standort Bayern: »Man kann kein Spitzenstandort für Wirtschaft sein, wenn man kein Spitzenstandort für Kultur ist. (…) Was wir in Bayern brauchen, sind sinnvolle Prozesse und Mindestinvestitionsvolumen für Bildung und Kultur.«, betonte Oliver Bäthe im Rahmen der ersten Veranstaltung der Initiative, Anfang 2023. Er verdeutlichte, dass ein Wandel ohne das bürgerschaftliche Engagement, wie es die Initiative Kulturzukunft verkörpert, nicht möglich ist.
Innerhalb kürzester Zeit ist es der Initiative Kulturzukunft zudem gelungen, die politische Anerkennung für das kulturelle Erbe Bayerns zu gewinnen. Sowohl der bayerische Minister für Kultur und Wissenschaft, Markus Blume, als auch die kulturpolitischen Sprecher der Landtagsparteien standen Anna Kleeblatt und Dr. Markus Michalke bei zwei Veranstaltungen Rede und Antwort zu ihren kulturpolitischen Positionen. Dies unterstreicht die wachsende Bedeutung der Kulturpolitik in Bayern und zeigt, dass die Parteien das Bedürfnis nach einer fundierten Kulturstrategie erkannt und in ihre Wahlprogramme aufgenommen haben. Dennoch bleibt die Initiative Kulturzukunft Bayern als Sprachrohr für die bayerische Kultur unerlässlich, um die kulturelle Vielfalt Bayerns zu bewahren und weiterzuentwickeln.
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