Weckruf
Die Ausstellung »Friedensklima!« gastiert bis zum 8. August auf dem Moritzplatz in Augsburg. Ein Gastbeitrag von Torsten Mertz
Die Ausstellung »Friedensklima!« gastiert bis zum 8. August auf dem Moritzplatz in Augsburg. Sie verknüpft die Weltnachhaltigkeitsziele (SDGs) der Vereinten Nationen mit den Handlungsmöglichkeiten jedes und jeder Einzelnen vor Ort.
Die Idee, Frieden und Klima in einer Ausstellung zu vereinen, mag ungewöhnlich erscheinen, doch die Verbindung ist tiefgreifend: Ohne Frieden lässt sich der Klimawandel nicht effektiv bekämpfen. Krieg zerstört und verschlingt Ressourcen, die für Bildung, Gesundheit und nachhaltige Entwicklung nötig sind. Umgekehrt führen klimatische Veränderungen wie Dürren und Überschwemmungen zu Nahrungsmittelkrisen und Konflikten, die den Frieden gefährden und Menschen zu Flüchtlingen machen.
Die Weltgemeinschaft hat sich seit 2015 verpflichtet, nachhaltige Ziele zu verfolgen, welche soziale, wirtschaftliche und ökologische Aspekte umfassen. Doch eine »Halbzeitbilanz« der UN zeigt: Viele dieser Ziele sind noch lange nicht erreicht. Die Ausstellung »Friedensklima!« appelliert an jede*n Einzelne*n, aktiv an einer gerechteren und nachhaltigeren Welt mitzuwirken. Sie ruft dazu auf, den eigenen Beitrag zu überdenken und zeigt, dass Kunst ein mächtiges Werkzeug ist, um gesellschaftliche Herausforderungen anzugehen und Lösungen zu fördern.
Kultur und Nachhaltigkeit
»Friedensklima!« ist keine Kunstausstellung. Sie nähert sich dem Thema globale Zukunftsfähigkeit jedoch künstlerisch und emotional. In Augsburg ist der kulturelle Zugang tief im Verständnis einer »starken Nachhaltigkeit« verankert: Die vierte Dimension Kultur bildet hier den Rahmen um die drei anderen Dimensionen (ökologisch, sozial und wirtschaftlich). Kultur umfasst Bewusstsein, Werte, Vielfalt, Beteiligung und die Künste. Dieser Bereich des menschlichen Denkens und der Sinngebung ist entscheidend für das politische und gesellschaftliche Verhalten in den anderen Bereichen. Die kulturelle Dimension der Zukunftsfähigkeit bietet somit den Hintergrund und Rahmen für die Transformation Richtung Nachhaltigkeit.
Das Begleitprogramm der Ausstellung auf dem Moritzplatz und in angrenzenden Räumen erweitert den Diskurs durch Vorträge und Veranstaltungen, die sowohl die öffentliche Wahrnehmung schärfen als auch Bildungsmöglichkeiten bieten. Schulführungen und spezielle Veranstaltungen vertiefen das Verständnis für die Zusammenhänge zwischen globaler Verantwortung und lokalem Handeln.
Von Lindau nach Augsburg
Die ursprüngliche Idee, Konzeption und Umsetzung der Ausstellung »Friedensklima!« stammen von der Friedensregion Bodensee und den »friedens räumen« in Lindau. Sie wurde und wird unterstützt von pax christi Augsburg. Ihre Premiere feierte die Ausstellung 2021 auf der Landesgartenschau in Lindau. 2024 überarbeiteten pax christi und die Lokale Agenda 21 – für ein zukunftsfähiges Augsburg die Texte; die ursprüngliche Konzeption blieb erhalten. Die aktuelle Version wurde kürzlich in Stuttgart gezeigt und wird weiter durch Schwaben wandern.
Torsten Mertz ist Geograf und arbeitet seit Oktober 2022 im Büro für Nachhaltigkeit der Stadt Augsburg. Hier ist er mit Kolleg*innen für das Management des Augsburger Agenda-Prozesses zuständig.
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