Ausstellungen & Kunstprojekte

Widerstreit der Geschlechter?

Cornelia Schleime »Ohne Lippen sind die Zähne kalt«, 2020 |  Foto: Trevor Good © The Artist/ Courtesy Galerie Judin, Berlin
a3kultur-Redaktion

Im Glaspalast zeigt die Galerie Noah, wie Geschlechternormen allgegenwärtig sind und doch durchbrochen werden. Von Tobias Conrad
 

Ob und wie sich das Geschlecht oder Geschlechterbild von Künstler*innen anhand ihrer Werke erkennen lässt, prüft die aktuelle Accrochage »FeMale« der Galerie Noah, die dort bis zum 11. Januar 2026 zu sehen ist. Ausgestellt werden 20 namhafte Künstler*innen, bei denen Männlichkeit, Weiblichkeit und alles, was dazwischen sein mag, auf unterschiedlichste Weise zum Ausdruck kommt – bewusst, kontrolliert sowie unbewusst und verschlüsselt.

Tradiert weiblich sind teils die Erscheinungsbilder, die wiederum von männlichen Blicken erfasst und festgehalten werden. Männer zeigen sich derb und kalkuliert in ihrem Schaffen, Frauen zart und gefühlvoll. Doch ist das oft zu einfach gedacht. Wie sich heute Maskulines und Feminines ausdrücken lässt, wie es sich lesen lässt, ist hier einerseits klar getrennt und gegenübergestellt, andererseits wird dadurch Raum für ein »Dazwischen« geboten. Etwas nicht Greifbares bleibt zurück, dessen Zuordnung oder Nicht-Zuordnung allein dem Besucher obliegt.

Die räumliche Trennung der Werke nach Geschlecht lässt zwar keinen wirklichen Rätselspaß zu, von welchem Geschlecht sie stammen, sorgt aber dennoch für einen interessanten Kontrast. Positiv hervorzuheben ist, dass weibliche künstlerische Perspektiven in ausgewogenem Maße vertreten sind, sodass die Ausstellung ihrem Namen und Inhalt gerecht wird. 
 

www.galerienoah.com

 

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