Über allem steht die Hoffnung
Am 25. Februar feierte das Sensemble Theater nun endlich die langersehnte Premiere von »All das Schöne«. Im Fokus steht die Protagonistin, die als Kind den Selbstmordversuch ihrer Mutter miterlebt und ihr helfen möchte, das Schöne am Leben wieder zu entdecken.
Wie reagiert ein Mädchen auf den Selbstmordversuch seiner Mutter? Im Theaterstück des englischen Dramatikers Duncan Macmillan (im Original »Every Brilliant Thing«) beginnt die siebenjährige Tochter eine Liste zu schreiben. Darauf sammelt sie alle schönen Dinge, die ihr das Leben lebenswert zu machen scheinen, um sie mit ihrer Mutter zu teilen. Es ist ein rührend naiver Kinderblick auf die Welt.
Mit der Protagonistin wächst auch die Liste, die ab und zu von der Bildfläche verschwindet, doch immer wieder den Weg zurückfindet. Schauspielerin Sarah Hieber nimmt das Publikum an die Hand und begleitet es durch die Jahre. Sie interagiert immer wieder mit den Zuschauenden, bindet sie aktiv in das Geschehen ein und lässt sie dadurch Teil eines großen Ganzen werden.
Es ist eine Aufführung im kleinen Rahmen, ohne Effekte oder großes Bühnenbild. Das gesamte Stück ruht auf den Schultern von Hieber, die die emotionale Tragweite der Geschichte auf beeindruckende Weise darstellt. Im ständigen Austausch mit ihrem Publikum offenbart sie Schmerz, Verletzlichkeit und Stärke. Nicht zuletzt durch Sarah Hiebers Spiel wird »All das Schöne« zu einem berührenden Erlebnis, das den Blick auf die Welt immerhin ein klein wenig ändert und die stärkste Gefühl von allen vermittelt: Die Hoffnung darauf, dass es besser wird.