Club & Livemusik

Heast as net...I am from Austria

»Ollas leiwand«! Im ausverkauften Bürgersaal in Stadtbergen fand mit dem Konzert der charismatischen Band »Austria 4 +« die beste Alternative zum Tanz in den Mai statt.

Am Stadttheater in Ingolstadt begann, was schnell zu umjubelten Auftritten führte und hoffentlich noch lange nicht endet. Und dabei ist das Ende, das furchtlose Kokettieren mit dem Tod nicht nur im musikalischen Vivat auf den »Zentralfriedhof« ganz zentral im zeitlos starken und meist tiefschwarz bis morbide-makaber eingefärbten Liedermacher-Liedgut von Ludwig Hirsch, Georg Danzer und Co. Zum Ausgleich dafür sorgen die die »Oldies« als zeitlos zündende Hits von Rainhard Fendrich, Peter Cornelius, Wolfgang Ambros oder S.T.S. für die emotionalen Momente. Da stehen Liebeskummer, Herzschmerz- oder klopfen oder ganz einfach »saugute« Laune im Fokus.

Die drei österreichischen Vollblut-Schauspieler Peter Reisser, Richard Putzinger und Stefan Leonhardsberger lernten sich über ihr Theaterengagement kennen. Ihre Passion für die hohe Liedermacherkunst und die Pop-Rock-Musik ihrer Landsleute mündete in die Gründung der »Austria 4+«- Band. Gemeinsam mit dem Augsburger Vollblut-Musiker Martin Schmid, der auch die zündenden Arrangements verantwortet sowie dem aus Freising stammenden Percussionisten Stefan Pellmaier sind sie als charismatische Botschafter in Sachen Qualitäts-Austro-Pop unterwegs.

Austria 4 + gibt sich dabei nicht mit simpel gestricktem Covern zufrieden, sondern macht sich die Titel in der Bandbreite der speziellen Stilistik auf originelle Weise zu eigen. Auch dank anspruchsvoller instrumentaler Arrangements oder mimischer Sondereinlagen etwa von Stefan Leonhardsberger formt sich das Doppelbödige, blitzen Gefühl, Hingabe und pure Lebenslust, Tiefsinn oder der pure, zwerchfellerschütternde »Blöd«-Sinn aus den Strophen, den Pointen und Refrains hervor. Steilvorlagen für das große Können der singenden Kerntruppe – Reisser, Putzinger und Leonhardsberger – lieferten u.v.a. »Die Moritat vom Frauenmörder Wurm« (Danzer), »Du verstehst mi ned« (Ambros), das tödlich verpackte »Geburtstagsgeschenk« (Ludwig Hirsch) oder Alf Poiers brenzlige Story »Hoch am Berg«. Und auch mit der verösterreicherten Version vom Prince-Song brillierte Leonhardsberger in »Purpur Regn«, Hubert von Goiserns »Heast as net« sorgte für die Gänsehautmomente. Gewitzt steuerte Chefmoderator Peter Reisser mit zotigen »Gschichten« die skurrilen Übergänge an, die alle fünf Bandmitglieder in den Best-Performance-Modus brachten. Umgeben von einem stattlichen Equipment aus E-Gitarren, Western- und Konzertgitarren, E-Bass, Akkordeon (sorry: Ziachn), Cajon und »natürlich« der Geige, hielt Austria 4 + konstant (Augen)-Kontakt zum Publikum, das sich nicht lange zurückhielt, leise oder lauter mitsang, im Rhythmus mitklatschte und sich köstlich amüsierte über all diesen herrlich erfrischenden Schmäh und die cremige Melange aus unsterblichen und schlicht »saustarken« Texten und »Macho-Macho«-Seligkeit. Ach ja…lange musste man auf den virtuosen Geigeneinsatz von Leonhardsberger warten, der sein Dauer-Vibes sendendes Publikum perfide an der Nase herumführte - exakt bis zum allerletzten Zupf-Ton  in der der dritten und letzten Zugabe, die einfühlsame Hommage an den »Großvater« (von der Poprock-Band S.T.S.). Wiederkommen ist Pflicht!

www.austria4plus.de

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