Architektur
Ausstellungen & Kunstprojekte

Klein, aber mein

Friedrich Brenners Konzepte für Tiny Houses sind in einer kleinen feinen Studioausstellung im Maximilianmuseum zu sehen.

Der Bildhauer Friedrich Brenner, geboren 1939, zählt zu den bedeutendsten Medaillengestaltern unserer Zeit, in der Region ist er zudem als Mitgestalter der Deckenrekonstruktion des Goldenen Saals bekannt. Doch Brenner ist auch studierter Architekt, der die lange Zeit des Lockdowns und der Corona-Einschränkungen genutzt hat, um Konzepte für das Wohnen auf kleinstem Raum zu entwickeln. Ausgehend von einem etwa 1000 m2 großen Grundstück in der Mitte eines Dorfes hat Brenner die Möglichkeiten und Varianten untersucht, dort Tiny Houses, also Einfamilienhäuser im Miniformat, unterzubringen.

Im urbanen Raum mögen Tiny Houses nicht unbedingt sinnvoll sein, da sie bei aller Kleinheit dennoch viel Fläche verbrauchen, auf dem Land jedoch stehen solche Kleinhäuser in der Tradition der »Austragshäuser«, also Häuschen, in die sich Altbauern nach der Staffelstabübergabe an die nächste Generation zurückzogen.

Brenner bekennt sich zu einem einfachen, eher minimalistischen Bauen und Leben, zu einer Reduktion von Wohnraum und Komfort. Für die kleinen Holzhäuser setzt er statt auf Dämmorgien auf simple praktische Lösungen, wie den Kühlschrank in die unbeheizte Veranda zu stellen.

Brenners Skizzen, Pläne und Modelle lassen uns erkennen, wie der gestalterische Prozess voranschreitet, wie das Lavieren zwischen geografischen Gegebenheiten und Bauvorschriften den Entwurf und die Möglichkeiten beeinflussen, wie aber dennoch ästhetisch und ökologisch gebaut werden kann.

Am schönsten ist es natürlich, sich von Friedrich Brenner selbst die Ausstellung erläutern zu lassen. Gelegenheit dazu bietet sich am 16. und 30. Oktober, jeweils um 11 Uhr.

www.kunstsammlungen-museen.augsburg.de | Tiny houses by Brenner | Maximilianmuseum | bis 13.11 2022

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