Bezahlbarer Wohnraum ist knapp, der Augsburger Wohnungsmarkt angespannt – und dennoch bewegt sich etwas. Rund 100 Gäste verfolgten das Gespräch mit den Spitzenkandidat*innen Eva Weber (CSU), Florian Freund (SPD), Martina Wild (Bündnis 90/Die Grünen) und Hannes Aigner (Freie Wähler).
C-Stadt Augsburg
Im Ranking der Konzert- und Eventlocations gilt Augsburg als C-Standort. Ein ambitioniertes Projekt auf dem Gaswerkgelände könnte das ändern – oder zumindest den Versuch wagen. Ein Kommentar von Malte Günther
Die Idee klingt vielversprechend: Der ehemalige große Teleskopgasbehälter, ein denkmalgeschütztes Industrierelikt mit 53 Metern Durchmesser, soll zur Multifunktionshalle werden. Bis zu 1.500 Menschen könnten hier künftig Konzerte erleben oder Sportveranstaltungen besuchen – ein Basketballfeld würde problemlos hineinpassen. Die Zusammenarbeit zwischen SWA, dem Metallbauer Johannes Ankner (B.A.R GmbH) und der Club- und Kulturkommission Augsburg zeigt: Es gibt Willen und Engagement.
»Ein genutztes Denkmal ist die beste Form von Denkmalschutz«, heißt es – und dieser Satz trifft den Kern. Für Augsburg wäre eine solche Halle tatsächlich ein enormer Zugewinn, denn in dieser Kapazität existiert derzeit schlicht nichts Vergleichbares.
Doch bei aller Euphorie: Das Projekt steht noch ganz am Anfang. Eine Machbarkeitsstudie hat zwar die technische Umsetzbarkeit bestätigt, alles Weitere ist offen. Finanzierung, Nutzungskonzept, Zeitplan – vieles steht noch in den Sternen. Und dann ist da noch die Frage, ob Augsburg eine solche Halle überhaupt dauerhaft bespielen kann. Der Rückgang der Club- und Kulturszene ist spürbar, und nach jüngsten Ereignissen im City Club stehen auch Vertrauen und Sicherheitsgefühl der Gäste zumindest infrage.
Fakt ist: Wenn diese Halle kommt und tatsächlich bespielt wird, wäre das ein Gewinn für Augsburg. Die Stadt könnte kulturell wieder stärker mit anderen Standorten konkurrieren und wäre nicht mehr nur sportlich erstklassig. Ob aus der Vision Realität wird, bleibt abzuwarten.
Am Sonntag, 8. Februar, um 14 Uhr findet im Karo[10] eine Podiumsdiskussion der Club- und Kulturkommission statt. Auch die geplante Halle wird dort Thema sein – eine gute Gelegenheit, kritische Fragen zu stellen und mitzudiskutieren, wie Augsburgs Kulturzukunft aussehen soll.