Theater & Bühne

Die Martini Open

a3kultur-Redaktion

Im Staatstheater Augsburg wird der Tennisplatz zum Schauplatz eines Käfigs voller Narren.

Vorneweg: Dass Stefania Bonfadelli die komische Oper »Il viaggio a Reims« von Gioachino Rossini auf einem Tennisplatz spielen lässt, ist eine sehr gute Inszenierungsidee. Ein Stück, dem sich schwer eine sich erschließende Handlung zuordnen lässt – außer der, dass Menschen aller Herren Länder zusammenkommen, um der Salbung von Karl X. in Reims beizuwohnen – bekommt hier eine Klammer via Tennisturnier sowie den Irrungen und Wirrungen, die bei einem solchen eben wie im echten Leben vorkommen.

Das ist herrlich erfrischend, amüsant und macht die 18 Szenen samt Finale kurzweilig. Aber es birgt auch gerade am Anfang die Gefahr, dass zu viel Ablenkung im slapstickartig anmutenden Tun der »Spieler*innen« steckt. Gast Jeannette Wernecke hat daher den nicht einfachen Part, das Opernmatch mit ihrer Arie zu eröffnen. Das Publikum muss sich erst hineinfinden in das Spiel aus pantomimischem Klamauk (im Hintergrund findet eine Tennisstunde statt, während Wernecke mit ihrem Koloratursopran den Aufschlag vollführt!). Zudem haben die von Ivan Demidov geleiteten Augsburger Philharmoniker eine solche Präsenz neben dem Platz, dass sich so manche*r der 17 singenden Akteur*innen schwertut, diese mit seinen bzw. ihren musikalischen Schlägen zu übertönen. Jedoch, die Oper ist ein »Fest für Sänger und Sängerinnen«, wie sich Demidov begeistert zeigt. Alle kommen letztendlich zu ihrem Auftritt und die Freude darüber ist dem Ensemble anzusehen. Hervorzuheben sind Jihyun Cecilia Lee als Corinna und Avtandil Kaspeli als Don Profondo.

Weitere Termine: 8.1., 9.2., 28.5., 4.6. und 4.7.

www.staatstheater-augsburg.de

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